Die Bundespolizei hat am Berliner Flughafen Tegel  einen aus Syrien zurückkehrenden französischen Extremisten unter Terrorverdacht festgenommen. Der Mann sei mit dem Flugzeug aus Istanbul nach Deutschland gereist und befinde sich nun im Gewahrsam, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Der Franzose soll sich in Syrien aufgehalten haben, um sich dort wieder der Gruppe "Islamischer Staat im Irak und Syrien" (Isis) anzuschließen.

Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird der Festgenommene als gewichtige Person eingestuft: Der 30-Jährige habe in Syrien an Kämpfen teilgenommen, sei verwundet worden und habe mehrfach im Internet mit seinen Schusswunden posiert. Die Behörden verdächtigen den Mann laut FAZ, nach Europa zurückgekehrt zu sein, um Extremisten zu rekrutieren oder einen Anschlag vorzubereiten.

Die Festnahme erfolgte gut drei Wochen nach dem Anschlag auf das Jüdische Museum in Brüssel, für den ein aus Syrien zurückgekehrter französischer Islamist verantwortlich gemacht wird.

Erst vor wenigen Tagen hatte der deutsche Verfassungsschutz vor einer Bedrohung durch europäische Islamisten gewarnt, die von Kampfeinsätzen im syrischen Bürgerkrieg zurückkommen. Etwa Hundert islamistisch orientierte deutsche Aktivisten seien bislang aus Syrien nach Deutschland heimgekehrt, mehr als ein Dutzend von ihnen hat nach Erkenntnissen des deutschen Inlandsgeheimdiensts aktive Kampferfahrung.

Der wohl bekannteste deutsche Isis-Kämpfer ist Dennis Cuspert – früher nannte sich der Rapper Deso Dogg. Seinen Treueeid zu Isis stellte er sogar ins Internet. Momentan hält sich Cuspert in Syrien auf – und ist damit einer von vielen: "Über 220 mutmaßliche Islamisten aus Deutschland sind bereits Richtung Syrien ausgereist", sagte Hans-Georg Maaßen, Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Auch Frauen, Jugendliche und Kinder seien darunter.

Nicht nur deutsche Islamisten zieht es nach Syrien. Aaron Zelin vom Washington Institute for Near East Policy geht von mehr als 600 europäischen Kämpfern aus – und von mehr als 5.500 Ausländern insgesamt. Nach einer Studie des King's College in London kämpften vergangenen Dezember 11.000 Ausländer in Syrien. Mehr als zwei Drittel von ihnen kamen aus Europa. Allein aus Deutschland hätten sich 320 militante Islamisten den Isis-Truppen angeschlossen.