Die israelische Luftwaffe ist in der Nacht zum Sonntag zwölf Angriffe auf den Gazastreifen geflogen. Sie reagierte damit auf die Raketenbeschüsse im Süden des Landes. Die Luftangriffe galten nach Armeeangaben militärischen Zielen in allen größeren Ortschaften des isolierten Palästinensergebiets.     

"Wir haben in zwei Angriffswellen insgesamt zwölf Einrichtungen getroffen, an denen Terroristen Angriffe vorbereiten", sagte eine Armeesprecherin. In der Stadt Gaza wurden nach Angaben des palästinensischen Innenministeriums zwei Menschen leicht verletzt.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu drohte während der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem mit einer möglichen Ausweitung der Angriffen im Gazastreifen. "Wir sind darauf vorbereitet, diese Operation notfalls auszuweiten." Netanjahu bekräftigte, die Palästinenserbehörde sei seit Bildung einer Einheitsregierung von Hamas und Fatah auch verantwortlich für Angriffe aus dem Gazastreifen.

Am Freitag und Samstag waren von bewaffneten Palästinensergruppen aus dem Gazastreifen Raketen auf den Süden Israels abgefeuert worden. Dabei wurde auch eine Fabrik für Farbstoffe in der grenznahen israelischen Stadt Sderot getroffen. Die Fabrik ging in Flammen auf. Vier Arbeiter konnten sich vor dem Feuer in Sicherheit bringen, einer musste mit leichten Verletzungen ins Krankenhaus.

Die Spannungen im Grenzgebiet zum Gazastreifen haben im Juni stark zugenommen. In den vergangenen beiden Wochen wurden insgesamt 25 Raketen aus dem Palästinensergebiet abgefeuert. Die israelische Armee führt seit fast drei Wochen im Westjordanland eine große Suchaktion nach drei entführten israelischen Jugendlichen durch. Dabei wurden zahlreiche Palästinenser festgenommen, vor allem Mitglieder der Hamas, die Israel als Drahtzieher der Entführung vermutet.