Prorussische Kämpfer im Osten der Ukraine © Shamil Zhumatov/Reuters

Kurz vor der Vorstellung des ukrainischen Friedensplans erhöht die EU ihren Druck auf Russland. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande forderten den russischen Präsidenten in einer Telefonkonferenz auf, den Friedensplan bei den ukrainischen Separatisten durchzusetzen. "Wenn dies nicht geschieht, wird die internationale Gemeinschaft neue Maßnahmen ergreifen, die die Beziehungen zu Russland betreffen", hieß es in einer Mitteilung aus dem französischen Präsidentenpalast.  

Der Plan, den der ukrainische Präsident Petro Poroschenko am heutigen Freitag vorstellen will, soll eine einseitige Feuerpause und eine Amnestie für Separatisten enthalten. Die Aufständischen lehnen einen Waffenstillstand ab. In der Ostukraine lieferten sich Regierungseinheiten erneut Gefechte mit Aufständischen. Auch Russland hatte sich zu den Plänen Poroschenkos zunächst skeptisch geäußert.  Außenminister Sergej Lawrow  fordert einen allumfassenden Waffenstillstand und nicht nur eine Feuerpause.

Auch Poroschenko und der russische Präsident Wladimir Putin berieten erneut telefonisch über die Pläne für die Waffenruhe. Putin habe dabei noch einmal auf einem Ende der Gewalt bestanden, damit die Krise gelöst werden könne, sagte ein Kremlsprecher. Wie die Präsidialverwaltung in Kiew mitteilte, forderte Poroschenko die Freilassung von Geiseln.

Sowohl die prorussischen Separatisten als auch die Regierungstruppen halten jeweils Gefangene. Außerdem haben die Separatisten seit drei Wochen zwei Beobachterteams der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in ihrer Gewalt.

Am Donnerstag hatten sich die Spannungen zwischen den Konfliktparteien verschärft. Die Nato meldete eine Rückkehr russischer Truppen an die ukrainische Grenze. "Ich kann bestätigen, dass wir eine neue russische Militärpräsenz sehen, mindestens mehrere Tausend zusätzlicher russischer Soldaten in der Nähe der Grenzen der Ukraine", sagte Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in London. Russland argumentiert, das Militär habe sich zu einem Aufmarsch entschlossen, da die Gefechte in der Ukraine nicht abklingen würden.