Der iranische Präsident Hassan Ruhani © Behrouz Mehri/AFP/GettyImages

In der Irak-Krise schließt der iranische Präsident Hassan Ruhani auch eine Zusammenarbeit mit den USA nicht aus. "Wenn wir sehen, dass die Vereinigten Staaten gegen terroristische Gruppen im Irak einschreiten, dann kann man darüber nachdenken", sagte Ruhani. "Bisher haben wir aber von ihrer Seite keine Handlungen gesehen."

Dass der Iran den Irak unterstützen wird, sicherte der Ruhani der schiitischen Regierung bereits zu. Sein Land wolle helfen, "das Massaker und die Straftaten der Terroristen zu bekämpfen", betonte er in einem Telefonat mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki. Der Irak dürfe "nicht destabilisiert" werden. Er habe den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif beauftragt, alle diplomatischen Möglichkeiten auszuschöpfen.

Zudem hatte das Wall Street Journal berichtet, dass bereits mindestens drei Eliteeinheiten der iranischen Revolutionsgarden in den Irak entsandt worden seien. Ruhani dementierte das. "Wir werden unseren Nachbarn Irak in jeder Weise unterstützen und beraten, aber eine militärische Beteiligung ist nicht angefordert worden und steht auch nicht zur Debatte", sagte er in Teheran. Die iranische und irakische Führung vertritt mehrheitlich die Volksgruppe der Schiiten, die sich von der Terrorgruppe Islamischer Staat im Irak und Syrien (Isis) bedroht fühlen. Die Isis will einen sunnitischen Gottesstaat zwischen Mittelmeer und Persischem Golf errichten.

Republikaner fordern Luftangriff

In den USA forderten die oppositionellen Republikaner Präsident Barack Obama dazu auf, Luftangriffe auf den Irak zu fliegen. Es gelte den Vormarsch der Islamisten zu stoppen, sagte John McCain, der im Jahr 2008 gegen Obama kandidiert hatte und heute Senator in Arizona ist. Zugleich forderte er, Obama solle sein Sicherheitsteam feuern – allen voran Generalstabschef Martin Dempsey, den höchsten US-Offizier. Der Präsident sei schlecht beraten worden, sagte der Senator in einem Interview des Senders CNN. McCain warf dem Präsidenten vor, sich anscheinend erneut vor einer Intervention zu drücken. Er spielte damit auch auf die militärische Zurückhaltung der US-Führung in Syrien an.

Obama hatte am Freitag erklärt, militärische Hilfe zu erwägen. Zugleich rief er aber die irakische Regierung auf, ihre Probleme vorerst selbst zu lösen. Der Präsident schloss ein Eingreifen amerikanischer Bodentruppen in den Konflikt aus. Die US-Regierung bereite "andere Optionen" zur Unterstützung der Iraker vor, sagte Obama. John Kirby, der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, sagte, die Optionen umfassten "breitgefächertes militärisches Potenzial". Sie würden darauf abzielen, "Isis bei ihrem Vormarsch den Schwung zu nehmen und die irakischen Sicherheitskräfte zu stärken".