Die USA schicken eine bis zu 275 Mann starke Spezialeinheit in den Irak, um die US-Botschaft und die dort arbeitenden Amerikaner zu schützen. Die Truppe sei auch für den Kampf gerüstet, teilte Präsident Barack Obama in einem Brief an den Kongress mit. Der Irak wird derzeit durch vorrückende Kämpfer der islamistischen Terrorgruppe Isis destabilisiert.

Laut dem Pentagon haben bereits 170 der Soldaten Bagdad am Wochenende erreicht. Rund 100 weitere sollen, falls erforderlich, Flugplätze kontrollieren, die Logistik unterstützen und zur Sicherheit beitragen. Alle Kräfte seien dazu ausgebildet, sich den Teams der US-Botschaft anzuschließen oder als eigenständige Truppe vorzugehen.

Die Mission könnte auch darin bestehen, die bedrängten irakischen Regierungstruppen auszubilden und zu beraten, heißt es unter Berufung auf Regierungskreise. Beschlossen sei eine Ausbildung der irakischen Soldaten jedoch noch nicht. Ende 2011 waren die letzten US-Soldaten aus dem Irak abgezogen.

Auch wenn die USA öffentlich ausgeschlossen haben, mit dem Iran militärisch zu kooperieren, haben sich Vertreter der Amerikaner am Rande der Atomverhandlungen in Wien über die Sicherheitslage im Irak ausgetauscht. Ein konkretes Ergebnis sei dabei jedoch nicht erzielt worden, sagte ein iranischer Regierungsvertreter. Die USA haben die Gespräche bestätigt.

Iranischer General koordiniert Abwehr

Der Iran hat bereits Soldaten in den Irak geschickt, um die irakischen Sicherheitskräfte beim Kampf gegen die Terroristengruppe Isis zu unterstützen. Aus Kreisen der irakischen Sicherheitskräfte heißt es, ein General würde helfen, den Widerstand zu koordinieren. Außerdem hätte er irakische Verteidigungslinien inspiziert.

Der ranghohe Soldat ist Kommandeur der Kuds-Einheit, die Teil der Revolutionsgarde ist. Die Kuds-Einheit hat auch eine Rolle dabei gespielt, den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad an der Macht zu halten. Aus irakischen Kreisen verlautete, die US-Regierung sei über den Besuch des Generals informiert.   

Die Extremisten der Isis-Miliz hatten am Montag weitere Gebiete eingenommen: Mit Tal Afar eroberten sie eine große Stadt nahe der syrischen Grenze. Bei Falludscha wurde ein Hubschrauber der irakischen Streitkräfte abgeschossen, wie ein Regierungssprecher in Bagdad mitteilte. Die beiden Hubschrauberpiloten seien getötet worden, hieß es weiter.

Die jüngsten Eroberungen bringen Isis ihrem Ziel näher, die von ihr kontrollierten Gebiete im Irak und Syrien miteinander zu verbinden.