Der Präsident der Ukraine, Petro Poroschenko © Kacper Pempel/Reuters

"Ich bin überzeugt, die Krim erlangt wieder ihre Freiheit und wird ukrainisch", sagte Petro Poroschenko in Warschau auf seiner ersten Auslandsreise nach der Präsidentenwahl. Er bekräftigte den Willen der Ukraine, sich Europa und seinen Werten anzuschließen.

Bei der Vergabe des Lech-Walesa-Preises an Mustafa Dschemilew, den Führer der Krimtataren, dankte Poroschenko für die seinem Land entgegengebrachte Solidarität. "Wir sehen, dass in diesem Moment die ganze Welt an unserer Seite steht", sagte er bei der Veranstaltung, an der US-Außenminister John Kerry, Polens Präsident Bronislaw Komorowski und Vertreter anderer europäischer Staaten teilnahmen. "Der Aggressor ist zur Isolation verurteilt", sagte Poroschenko über Russland.


Die Entwicklung Polens und der übrigen Staaten in der Region, die vor 25 Jahren vom Kommunismus zur Demokratie übergingen, sei auch ein ausgezeichnetes Beispiel für die Ukraine. "Ich denke, so wie man das Wort Solidarność nicht übersetzen muss, wird auch (das Wort) Maidan überall verstanden", sagte Poroschenko.

Ukraine auch Thema bei G-7-Treffen in Brüssel

Die Krise in der Ukraine wird am heutigen Mittwoch auch beherrschendes Thema beim Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7 – der führenden westlichen Industrienationen – sein. Einerseits geht es um das künftige Verhältnis zu Russland, das mit der Krim-Annexion Völkerrecht gebrochen hat. Andererseits will die Gipfelrunde Poroschenko und sein fast bankrottes Land demonstrativ unterstützen.  

Über die Ziele sind sich die USA und die EU-Staaten noch nicht einig: Während die USA nach Russlands Annexion der Krim zur Politik der militärischen Abschreckung in Osteuropa zurückkehren, kommen von den EU-Gastgebern diplomatische Töne: Man wolle ein Signal an die Regierung in Moskau senden, weiter bereit zur Entspannung zu sein, sofern die russische Führung den Forderungen der Europäer nachkomme.

Zur Gipfelrunde gehören neben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) die Staats- und Regierungschefs von Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, den USA und Japan. Infolge der Krise um die Krim und die Ukraine hatten die Staats- und Regierungschefs den russischen Präsidenten Wladimir Putin aus ihrem Kreis ausgeschlossen und ein ursprünglich im russischen Sotschi geplantes G-8-Treffen abgesagt.

Kerry und Lawrow sprechen in Paris

Abseits des Gipfeltreffens werden sich am Donnerstag US-Außenminister John Kerry und sein russischer Kollege Sergej Lawrow in Paris treffen. Auf der Agenda stehen nach Angaben des US-Außenministeriums Gespräche über die Amtseinführung Poroschenkos sowie die Bemühungen zur Vernichtung der syrischen Chemiewaffen.

In Frankreich findet am Freitag die Gedenkveranstaltung zum 70. Jahrestag der Alliierten-Landung in der Normandie statt. Daran nehmen auch US-Präsident Barack Obama und Putin teil. Ein Gespräch der beiden ist nicht geplant. Putin soll allerdings mit Merkel, dem britischen Premierminister David Cameron und Frankreichs Staatschef François Hollande zusammenkommen.