Palästinenser transportieren nach einem Angriff auf einen Markt in Gaza einen Verletzten. © Mahmud Hams/AFP/Getty Images

Bei einem Luftangriff der israelischen Armee im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben 17 Menschen getötet worden. Rund 200 seien verletzt worden. Ziel der Attacke war ein gut besuchter Markt in Schedschaia, einem Vorort von Gaza-Stadt, wie der Sprecher der palästinensischen Rettungskräfte, Aschraf al-Kudra, mitteilte. Eine israelische Armeesprecherin erklärte, das Militär werde den Vorfall prüfen.

Über dem Marktplatz in Schedschaia stieg dichter schwarzer Rauch auf, wie ein AFP-Reporter berichtete. Auch ein nahegelegenes Gebäude stand in Flammen. Rund um den Markt waren Rettungskräfte im Einsatz, um nach Verletzten zu suchen und die Toten zu bergen. Einer der leblosen Menschen trug eine Schutzweste, die ihn als Pressevertreter auswies. Nach noch nicht bestätigten Angaben soll es sich um einen palästinensischen Fotojournalisten handeln. Ob er tot oder verletzt war, blieb zunächst unklar.

Der Angriff ereignete sich den Angaben zufolge kurz nach dem Beginn einer von Israel ausgerufenen humanitären Feuerpause, die um 14.00 Uhr MESZ in Kraft getreten war. Sie blieb jedoch offenbar ohne Wirkung. Am Nachmittag heulten in mehreren Orten im Süden Israels die Sirenen und warnten vor Raketen der Hamas. 

Ein Hamas-Sprecher bezeichnete das Angebot einer Feuerpause als wertlos, weil einige Grenzgebiete nicht eingeschlossen seien, aus denen seine Organisation Verletzte in Sicherheit bringen wolle. Die Waffenruhe galt laut israelischer Armee nicht in Gebieten, in denen bereits Soldaten im Einsatz waren.

Bereits vor wenigen Tagen waren bei massiven Angriffen der israelischen Armee auf Schedschaia nach Angaben von palästinensischen Ärzten mindestens 40 Menschen getötet und rund 380 Menschen verletzt worden.  

Weitere Opfer unter israelischen Soldaten

Weitere Opfer gab es auch auf israelischer Seite. Bei der Explosion von Sprengfallen seien im Gazastreifen drei israelische Soldaten getötet worden, teilte eine Armeesprecherin in Tel Aviv mit. Sie hätten in einem Haus einen verborgenen Tunnel entdeckt. Zwei in dem Gebäude versteckte Sprengsätze seien dann detoniert.

Bei anderen Vorfällen im Verlauf des Tages seien 27 Soldaten verletzt worden. Damit stieg die Zahl der seit Beginn der israelischen Offensive im Gazastreifen getöteten Soldaten auf 56. Mehr als 100 Verletzte werden noch in Krankenhäusern behandelt.

Deutschland stockt humanitäre Hilfe für Gaza auf

Deutschland teilte unterdessen mit, für die humanitäre Hilfe im Gazastreifen zusätzlich 8,5 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Das Geld soll über das Hilfswerk der Vereinten Nationen für Palästinaflüchtlinge (UNRWA) und Nichtregierungsorganisationen in den Bereichen Ernährungshilfe und Gesundheitsversorgung zur Unterstützung notleidender Menschen dienen, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Insgesamt habe die Bundesregierung damit seit Beginn der Krise neun Millionen Euro an humanitärer Hilfe zur Verfügung gestellt.