Palästinenser und israelische Polizeieinheiten liefern sich nach der Beerdigung eines jungen Palästinensers Straßenkämpfe in Ostjerusalem. © ENYA SAVILOV/AFP/Getty Images

Nach der Beerdigung eines jungen Arabers gehen die Unruhen in Ostjerusalem weiter. Laut israelischen Medienberichten kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei. Hunderte Palästinenser sollen sich Straßenschlachten mit Polizisten geliefert haben und mit Steinen und Molotowcocktails geworfen haben. Die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein. Dabei wurden nach Medienberichten mehrere Dutzend Menschen verletzt.

Auch in anderen Orten kam es in der Nacht zu Krawallen. Es habe Festnahmen und Leichtverletzte gegeben, berichtete die Zeitung Haaretz in ihrer Onlineausgabe

Palästinenser feuerten nach israelischen Militärangaben 14 Raketen auf den Süden Israels ab. Israel griff nach dem Beschuss mit palästinensischen Raketen erneut Ziele im Gazastreifen an. Die israelische Armee hatte am Morgen mit Artilleriebeschuss reagiert und einen Luftangriff auf die Stadt Chan Junis geflogen. Ein Kampfflugzeug habe drei Einrichtungen der Hamas attackiert, teilte eine Sprecherin der israelischen Armee mit.

24 Stunden habe Ägypten Zeit, eine Waffenruhe auszuhandeln, ließ die israelische Regierung unter Ministerpräsident Benjamin Netanjahu laut der Zeitung Jerusalem Post wissen. Ägypten tritt schon lange als Vermittlungsinstanz zwischen der Hamas und der israelischen Regierung auf, die nicht direkt miteinander sprechen. Eine offizielle Bestätigung der Gespräche über eine Waffenruhe gibt es jedoch nicht. 

Die palästinensische Zeitung Al-Quds berichtete unterdessen, Hamas und Israel hätten sich unter ägyptischer Vermittlung auf einen Stopp der gegenseitigen Angriffe geeinigt. Die Hamas habe darauf bestanden, dass beide Seiten die Attacken gleichzeitig einstellen, schrieb die Zeitung. Das Ziel sei eine Waffenruhe binnen 72 Stunden. Der israelische Außenminister Avigdor Lieberman warnte jedoch bei einem Besuch in der Grenzstadt Sderot, eine Waffenruhe wäre "ein schwerer Fehler". Lieberman sagte: "Wir müssen diejenigen fassen, die den Terror unterstützen."

Auslöser der jüngsten Eskalation war die Entführung und Tötung dreier israelischer Jugendlicher und der mutmaßliche Racheakt an dem palästinensischen Teenager. Der junge Araber war tot aufgefunden worden. Die Familie des 16-Jährigen aus Ostjerusalem beschuldigt israelische Siedler, den Jugendlichen ermordet zu haben. Bereits nach der Tötung der israelischen Siedlerkinder hatte Israel seine Truppen an der Grenze zum Gazastreifen verstärkt und mit Vergeltung gedroht.