Zwei Wochen nach Beginn der Bodenoffensive im Gazastreifen hat die israelische Armee 16.000 weitere Reservisten mobilisiert. Der israelische Rundfunk meldete, sie sollten zur Entlastung der kämpfenden Truppen eingesetzt werden. Die Zahl der einberufenen Reservisten belaufe sich damit insgesamt auf 86.000.

Das israelische Sicherheitskabinett hatte die Armee am Mittwoch angewiesen, den Militäreinsatz im Gazastreifen noch auszuweiten. Generalmajor Sami Turgeman, der Chef der Truppen im Gazastreifen, sagte, man sei nur noch "einige Tage" vom erklärten Ziel entfernt, das Tunnelsystem der Hamas zu zerstören. Bislang seien 32 dieser geheimen Durchgänge nach Israel entdeckt und die Hälfte davon zerstört worden.

Die USA versorgten Israel zudem mit neuer Munition. Pentagonsprecher John Kirby sagte, die USA stünden für die Sicherheit Israels ein. Es sei für die nationalen Interessen der USA "entscheidend", Israel dabei zu helfen, seine Fähigkeit zu einer "starken und reaktiven Selbstverteidigung" zu entwickeln und aufrechtzuerhalten. Der Waffenverkauf stehe mit diesen Zielen im Einklang. Ein Teil der Munition im Wert von umgerechnet rund 750 Millionen Euro stammt aus einem Zwischenlager der US-Armee auf israelischem Boden, sie steht den israelischen Streitkräften im Notfall zur Verfügung.

Forderung nach Waffenruhe

Trotz ihrer Unterstützung fordern die USA, ebenso wie die Vereinten Nationen, eine sofortige Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas. Erst am Vortag hatte die israelische Armee eine UN-Schule beschossen, in der Zivilisten Schutz gesucht hatten. Auch am Donnerstag wurden bei einem erneuten Angriff auf das Flüchtlingscamp Dschabalija mindestens 15 Palästinenser verletzt, die in einer UN-Schule Zuflucht gesucht hatten. Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte griff die israelische Armee aus der Luft eine Moschee in der Nähe der Schule an, wobei Trümmerteile die Schule trafen. Zwei Menschen sollen schwere Verletzungen erlitten haben.

Seit dem Beginn der Militäroffensive wurden auf israelischer Seite 56 Soldaten und drei Zivilisten getötet. Die Zahl der durch israelische Angriffe getöteten Palästinenser beläuft sich nach Angaben der palästinensischen Rettungskräfte auf mehr als 1.350, die der Verletzten auf mehr als 7.300. Bei den Opfern handelt es sich zum größten Teil um Zivilisten, darunter sehr viele Kinder. Angesichts der steigenden Totenzahlen und der verheerenden Zerstörungen im Gazastreifen hatte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas das Palästinensergebiet zum "humanitären Katastrophengebiet" erklärt.