Mitarbeiter der Vereinten Nationen im Gazastreifen haben in einer von ihnen verwalteten Schule ein Waffenlager gefunden. Die Organisation beschuldigte militante Palästinenser, "die Neutralität einer unserer Einrichtungen verletzt" zu haben. Die Schule werde derzeit nicht genutzt.

Das Hilfswerk UNRWA betreibt in Gaza 85 Notunterkünfte, zumeist in Schulgebäuden. Diese sind für palästinensische Zivilisten, die vor den israelischen Bombenangriffen geflohen sind.  

Die Zahl der durch den Krieg vertriebenen Menschen ist nach UNRWA-Angaben am Dienstag auf über 200.000 angestiegen. In dem abgeriegelten Mittelmeer-Küstenstreifen leben 1,8 Millionen Menschen. Damit sind mehr als zehn Prozent der Palästinenser dort auf der Flucht.

Zunehmend macht sich im Gazastreifen Panik und Verzweiflung breit, nachdem Israel in der Nacht zum Dienstag seine Angriffe massiv verstärkt hat. Allein seit Montagabend wurden mehr als 100 Menschen nach Angaben der palästinensischen Rettungsdienste getötet.

Kraftwerk in Brand gesetzt

Von Kriegsschiffen aus, mit Artillerie und aus der Luft bombardierte die israelische Armee Ziele im dicht besiedelten Küstengebiet. Dabei wurde auch das einzige Kraftwerk von Granaten in Brand gesetzt. Die Anlage sei schwer beschädigt und nun außer Betrieb, sagte ein palästinensischer Verantwortlicher. Die Anlage versorgt knapp ein Drittel des Gazastreifens mit Strom. Palästinenser und Israelis bezichtigten sich gegenseitig, die Geschosse abgefeuert zu haben. 

In der israelischen Mittelmeermetropole Tel Aviv wurden die Menschen erstmals auch mitten in der Nacht von Luftalarm aus den Betten geholt. Zwei Raketen aus dem Gazastreifen seien nahe Rischon LeZion südöstlich von Tel Aviv eingeschlagen, teilte die Armee mit. 

Ein Ende der Gewalt ist drei Wochen nach Beginn der Kämpfe weiterhin nicht in Sicht. Die radikalislamische Hamas dementierte eine Mitteilung des PLO-Funktionärs Jasser Abed Rabbo, wonach die militanten Palästinenser-Fraktionen in Gaza einer 72-stündigen Waffenruhe zugestimmt hätten. Das sei erst denkbar, wenn sich auch Israel dazu verpflichte und es internationale Garantien gebe, sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri.