Im Kampf gegen die tödliche Viruskrankheit Ebola schließt der westafrikanische Staat Liberia alle Schulen des Landes. Die Maßnahme gelte, bis es weitere Anweisungen des Bildungsministeriums gebe, teilte die liberianische Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf am Mittwoch anlässlich der Vorstellung eines Nationalen Aktionsplans gegen die tödliche Krankheit mit. Zudem erklärte sie den Freitag zu einem arbeitsfreien Tag. Dann sollten alle öffentlichen Einrichtungen desinfiziert werden. Die Regierung erwägt zudem, mehrere Ortschaften unter Quarantäne zu stellen.

"Wir müssen handeln, um die Ausbreitung zu stoppen", sagte Gesundheitsminister Lewis Brown. Er rief die internationale Gemeinschaft zur Unterstützung auf: "Wir brauchen dringend jede Hilfe, die wir kriegen können."

Mit der Durchsetzung der Maßnahmen wurden die Sicherheitskräfte beauftragt. Alle Behördenmitarbeiter, die nicht unbedingt nötig sind, werden einen Monat lang in den Zwangsurlaub geschickt. Es handelt sich um die schärfsten Maßnahmen gegen die Seuche, die ein westafrikanisches Land erlassen hat. Liberia hatte zuvor bereits die Schließung nahezu aller Grenzen zu den Nachbarstaaten angekündigt.

Die Epidemie war im März in Guinea ausgebrochen und hatte sich schnell nach Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Es ist die erste Ebola-Epidemie in Westafrika und die schwerste bislang registrierte. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation sind bei dem Ausbruch in Liberia, Guinea und Sierra Leone 672 Menschen ums Leben gekommen. Knapp ein Fünftel der Todesopfer sind in Liberia gezählt worden.