Internetseite des US-Geheimdienstes NSA © Paul J. Richards/AFP/Getty Images

Der US-amerikanische Geheimdienst NSA darf laut einem Bericht der Washington Post fast jede Regierung und die wichtigsten internationalen Organisationen der Welt ausspionieren. Bis auf Großbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland, die mit den USA die sogenannten "Five Eyes" bilden, muss die Spionagebehörde vor keiner Regierung haltmachen. Das geht aus einer von der Washington Post veröffentlichten Liste hervor, die 193 Länder als erlaubtes Ziel für die Überwachung aufführt, darunter auch Deutschland. Zudem werden die Europäische Union, der Internationale Währungsfonds (IWF), die Weltbank und die Atomenergiebehörde IAEA genannt.

Die Liste sei vom Geheimgericht FISC genehmigt worden und ein Teil der Dokumente von NSA-Enthüller Edward Snowden, heißt es. Die NSA spioniere zwar nicht zwingend all diese Länder und Organisationen aus, schreibt die Zeitung unter Berufung auf weitere Geheimpapiere. Die Liste zeige aber die mögliche Reichweite der NSA, sagte Jameel Jaffer von der Bürgerrechtsorganisation ACLU.

Ein ehemaliger Regierungsbeamter verteidigte die Liste. Jedes Land müsse dort aufgeführt sein, um etwa im Fall einer humanitären Krise das US-Militär auch in befreundete Staaten schicken und dort sämtliche Amerikaner evakuieren zu können.