Radikale Palästinenser haben abermals Raketen auf die israelische Küstenmetropole Tel Aviv abgefeuert, wie die Armee mitteilte. Die radikal-islamische Hamas hat damit ihre Drohung wahrgemacht, die israelische Großstadt mit "neuartigen Raketen" anzugreifen. 

Laut israelischen Medienberichten konnte die Flugabwehr die Geschosse abfangen. Das israelische Fernsehen berichtete, die Raketen seien über der Stadt abgefangen worden. Das Fernsehen zeigte Bilder von Feuerbällen im Nachthimmel. ZDF-Nahost-Korrespondent Christian Sievers berichtete über Twitter von drei Knallen und lauten Sirenen über der Stadt sowie in andern Städten Israels.


Die israelischen Streitkräfte kündigten daraufhin einen schweren Militärschlag gegen die Palästinenser an. Der Angriff werde in den nächsten 24 Stunden erfolgen, sagte Chef-Militärsprecher Motti Almos. Zudem wurde die Bevölkerung des nördlichen Gazastreifens angewiesen, ihre Häuser zu verlassen. Die Evakuierung sollte zu "ihrer eigenen Sicherheit erfolgen", hieß es in einer Erklärung. Auch in Jerusalem und anderen Teilen Israels ertönte am Abend Raketenalarm, wie die Armee via Twitter mitteilte.

Vergeltung für toten Neffen Hanijas

Die Kassam-Brigade, der militärische Arm der Hamas, hatte die erneuten Angriffe auf Israel über SMS-Botschaften und via Twitter angekündigt. Damit sollte der Tod eines Neffen des Gaza-Ministerpräsidenten Ismail Hanija vergolten werden, der am Samstag bei einem israelischen Luftangriff getötet worden war.

Insgesamt sollen bei einem Luftangriff in der Stadt Gaza 18 Menschen getötet und rund 50 weitere verletzt worden sein. Unter den Toten war nach Angaben von Sanitätern auch der Polizeikommandeur des Gazastreifens, Taisir al-Batsch. Der Leiter der Rettungskräfte im Gazastreifen, Aschraf al-Kidra, erklärte später dagegen, der Polizeichef lebe noch, sei aber schwer verletzt. Al-Kidra sprach von dem schlimmsten Angriff in dem Palästinensergebiet seit Beginn der israelischen Luftoffensive.

Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte wurden seit Beginn der israelischen Angriffe in der Nacht zum Dienstag mindestens 129 Menschen im Gazastreifen getötet – 30  allein heute. Mindestens 935 sollen verletzt worden sein.

Der Weltsicherheitsrat forderte deshalb eine Waffenruhe. Der Konflikt müsse entschärft werden und die Nahost-Friedensverhandlungen müssten wieder aufgenommen werden, hieß es in einer von allen 15 Mitgliedern verabschiedeten Erklärung.

Aus israelischen Regierungskreisen verlautete, ihr Ziel sei es, dauerhaft Ruhe für Israel herzustellen. "Dieses Ziel wird erreicht werden, sei es diplomatisch oder militärisch", hieß es. Israel werde jeden Vorschlag prüfen, der dabei hilfreich sei.