Russland hat die jüngste Sanktionsrunde der Europäischen Union verurteilt. Die Strafmaßnahmen gegen russische Vertreter gefährdeten den Kampf gegen den internationalen Terrorismus, teilte das russische Außenministerium mit. Die EU hatte Sanktionen auch gegen führende russische Geheimdienstbeamten verhängt.

Nach Ansicht der russischen Regierung zeige das, dass sich die EU vollständig "von der gemeinsamen Arbeit mit Russland bei der internationalen und regionalen Sicherheit" abwende. Dazu gehöre auch "der Kampf gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen, Terrorismus und organisiertes Verbrechen", hieß es aus dem Haus von Außenminister Sergej Lawrow. Man sei sich sicher, "dass die Entscheidungen von internationalen Terroristen mit Begeisterung begrüßt werden".

Am Donnerstag hatten die EU-Botschafter beschlossen, als Reaktion auf den Abschuss des MH17-Flugzeugs über der Ostukraine die Sanktionen gegen Russland auszuweiten. Am Samstagmorgen veröffentlichte die EU entsprechend eine um 15 Personen erweiterte Sanktionsliste.  

Auf ihr stehen nun auch die Chefs des Inlands- und Auslandsgeheimdienstes sowie weitere Mitglieder des russischen Sicherheitsrates. Die EU wirft ihnen vor, die "territoriale Integrität, die Souveränität und die Unabhängigkeit" der Ukraine zu gefährden. Die von den Sanktionen betroffenen Russen dürfen nun nicht mehr in die EU einreisen, zudem sind ihre Konten auf EU-Banken gesperrt.

Die EU verhängte auch Sanktionen gegen jeweils neun Institutionen und Unternehmen. Zudem plant sie Wirtschaftssanktionen, etwa gegen russische Rüstungsunternehmen und Banken.