Bei den Kämpfen von Regierungstruppen und prorussischen Separatisten im Osten der Ukraine sind nach Angaben aus dem Innenministerium mindestens 30 Soldaten und Grenzschützer getötet worden. Ursache war ein Angriff mit Raketenwerfern nahe Selenopolje, sagte ein Berater des Ministeriums. Die Zahl der Opfer könne noch steigen.

Die Regierungstruppen gehen in einer abgestimmten Offensive von Armee und Truppen des Innenministeriums gegen die Separatisten vor, die im Gebiet von Donezk, Luhansk und Slowjansk "unabhängige Volksrepubliken" ausgerufen hatten. Sie streben eine Abspaltung des Gebiets von der Ukraine an.

Auch immer mehr Zivilisten geraten zwischen die Fronten. Im Raum Luhansk starben vier Bergarbeiter, als ihr Bus von einer Granate der Separatisten getroffen wurde. Ebenfalls in Luhansk wurde eine Frau auf ihrem Balkon von einem Scharfschützen erschossen. 

Angesichts der Gefechte befürwortete Präsident Petro Poroschenko in einem Telefonat mit Kanzlerin Angela Merkel ein Treffen der Konfliktparteien. Die Führung in Kiew sei bereit zu Gesprächen mit den Separatisten über eine Waffenruhe, teilte das Präsidialamt mit. Es müsse aber sichergestellt werden, dass keine neuen Waffen für die Aufständischen über die Grenze aus Russland kommen.