US-amerikanisches Satellitenbild © AP/U.S. State Department

Die USA haben Fotos veröffentlicht, die angeblich belegen, dass russische Soldaten über die Grenze hinweg auf ukrainische Streitkräfte gefeuert haben. Das Büro des Nationalen Geheimdienstdirektors verfüge Agenturberichten zufolge über Satellitenaufnahmen, die zwischen dem 21. und 26. Juli entstanden seien.

Die Fotos sollen dokumentieren, dass prorussische Separatisten von Russland gelieferte schwere Artillerie gegen ukrainische Soldaten eingesetzt haben. Die Aufnahmen zeigten unter anderem Abschussspuren an einer Raketenstellung auf russischer Seite, die auf ukrainische Einheiten in der Ostukraine gerichtet seien. Weiträumige Einschläge nahe dieser Einheiten deuteten auf den Einsatz von Mehrfach-Raketenwerfern hin, hieß es weiter.

Für die Veröffentlichung der Aufnahmen wählten die Amerikaner indessen einen ungewöhnlichen Weg: das Außenministerium gab zunächst selbst keine Stellungnahme ab, sondern verlinkte auf Twitter zum Account des US-Botschafters in der Ukraine, Geoffrey Pyatt. Dort sind die Fotos zu sehen. 

US-Außenminister John Kerry forderte seinen russischen Kollegen Sergej Lawrow in einem Telefonat auf, "den Fluss schwerer Waffen und den Raketen- und Artilleriebeschuss aus Russland in die Ukraine zu stoppen und damit zu beginnen, den Konflikt zu deeskalieren". Lawrows Dementi, dass schwere Waffen aus Russland zu dem Konflikt beitragen, habe Kerry nicht akzeptiert, teilte das Ministerium mit.

Satellitenbilder sollen Angriffe russischer Soldaten auf die ukrainische Armee belegen. © AP/U.S. State Department

Die New York Times berichtete unterdessen, die USA wollten die Ukraine möglicherweise mit Geheimdienstinformationen über die Standorte von Flugabwehrraketen der prorussischen Separatisten versorgen. Falls der Plan umgesetzt werde, könnte die Regierung in Kiew entsprechende Raketenstellungen gezielt zerstören, so die Zeitung unter Berufung auf Geheimdienstkreise in Washington.

Allerdings sei noch unklar, ob US-Präsident Barack Obama tatsächlich zur Bereitstellung präziserer Informationen zu Militärzielen bereit sei. Hintergrund sei die Befürchtung, dass die USA dadurch tiefer in den Konflikt in der Ostukraine hineingezogen würden.