Ein Haus in der Stadt Schuschi in Berg-Karabach, 20 Jahre nach dem Krieg um die Region sind noch viele Gebäude zerstört. © Ulf Mauder/dpa

Bei Gefechten um das von Armenien kontrollierte Konfliktgebiet Berg-Karabach im Südkaukasus sind erneut mehrere Soldaten getötet worden. Vier aserbaidschanische Soldaten und ein armenischer Soldat seien gestorben, teilten die Verteidigungsministerien der Länder übereinstimmend mit.

Die ehemaligen Sowjetrepubliken Aserbaidschan und Armenien warfen sich gegenseitig vor, eine 1994 vereinbarte Waffenruhe gebrochen zu haben. In den vergangenen Tagen sei die Feuerpause insgesamt 1.500 Mal gebrochen worden, teilte das Verteidigungsministerium der nicht anerkannten Republik Berg-Karabach mit.

Die USA forderten Armenien und Aserbaidschan dazu auf, den Konflikt friedlich zu lösen. Das russische Außenministerium teilte mit, dass sich die Lage in der Konfliktregion deutlich verschlechtert habe und zu "bedeutenden menschlichen Opfern" geführt hätte. "Wir rufen alle Beteiligten der Konfrontation auf, sich zurückzuhalten, auf Gewalt zu verzichten und umgehend Schritte einzuleiten, um die Lage zu stabilisieren", hieß es in der Mitteilung weiter.

Ein Sprecher des aserbaidschanischen Verteidigungsministeriums sagte, wenn das eigene Staatsgebiet angegriffen werde, wird das Land angemessen reagieren. Dazu gehöre demnach auch, armenisches Territorium zu beschießen. Jede Verletzung der Waffenruhe könne zu einem neuen Kriegsabenteuer führen, sagte ein Sprecher der armenischen Präsidialverwaltung.

In der kommenden Woche sollen sich der armenische Präsident Sergej Sarkissjan und der aserbaidschanische Präsident Ilham Alijew in Sotschi treffen, sagte der Sprecher weiter.

Armenien wirft Aserbaidschan seit Jahren vor, das Militär aufzurüsten, um Berg-Karabach zurückzuerobern. Die Region gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wird aber seit 1993 von Armenien kontrolliert. Trotz des vereinbarten Waffenstillstands kommt es regelmäßig zu Schusswechseln. Armenien wird in dem Konflikt von Russland unterstützt, Tausende russische Soldaten sind in dem Land stationiert.