Palästinenser sammeln ihren Besitz aus den Trümmern eines 12-stöckigen Wohnhauses, das bei einem israelischen Luftangriff zerstört wurde. © Thomas Coex/AFP/Getty Images

Eine Gruppe von mehr als 300 Holocaust-Überlebenden und ihren Nachkommen hat in einer Anzeige in der New York Times das militärische Vorgehen Israels scharf kritisiert. Die Unterzeichner, die aus 26 Ländern in den USA und Europa stammen, prangern den Militäreinsatz in Gaza als "Massaker an den Palästinensern" an.

"Wir sind alarmiert von der extremen und rassistischen Entmenschlichung der Palästinenser in der israelischen Gesellschaft, die jetzt einen Höhepunkt erreicht hat", schreiben die Initiatoren der Aktion. Zudem verurteilen sie die Waffenlieferungen der USA an Israel sowie die Parteilichkeit der westlichen Staaten.

Der Brief ist auch eine Reaktion auf eine öffentliche Aktion des Friedensnobelpreisträgers Elie Wiesel. Er hatte gemeinsam mit anderen Unterstützern in einer Annonce die Hamas mit den Nazis verglichen und sie beschuldigt, Kinder als Schutzschilde zu missbrauchen.

Unter anderem heißt es in Wiesels Anzeige: "Ich habe gesehen, wie jüdische Kinder verbrannt wurden. Jetzt muss ich sehen, wie muslimische Kinder als menschliche Schutzschilde missbraucht werden – in beiden Fällen von denen, die den Tod anbeten." Die NS-Überlebenden reagierten gegen diese und ähnliche Äußerungen Wiesels mit Empörung. "Wir sind angewidert und empört von Elie Wiesels Missbrauch der Geschichte", schreiben sie.

Mehr als 5.000 Luftangriffe seit Beginn des Konflikts

Israel hat in dem bereits sieben Wochen andauernden Konflikt in Gaza etwa 5.000 Luftschläge auf palästinensische Gebiete geflogen. Dabei starben bislang etwa 2.100 Palästinenser. Mehr als 10.500 wurden verletzt. Auf israelischer Seite kamen 64 Soldaten und vier Zivilisten ums Leben.

Am Samstag forderte Palästinenserpräsident Mahmud Abbas eine Fortsetzung der Friedensverhandlungen zwischen Israel und der Hamas in Kairo. Die indirekten Gespräche über eine dauerhafte Waffenruhe müssten "sobald wie möglich" fortgeführt werden, sagte er. Weil die Hamas bereits vor Ablauf einer Feuerpause wieder Raketenangriffe gestartet hatte, waren die letzten Verhandlungen Mitte der Woche beendet worden.