Großbritanniens Premier David Cameron © Stefan Wermuth/Reuters

Die radikalislamische Miliz Islamischer Staat (IS) kann dem britischen Premierminister David Cameron zufolge zu einer unmittelbaren Gefahr für Menschen in Europa werden. "Die Errichtung eines extremistischen Kalifats mitten im Irak ist kein Problem meilenweit weg von zu Hause", schreibt Cameron im Sunday Telegraph. "Das ist eine eindeutige Gefahr für Europa und für unsere Sicherheit." Wenn die IS-Miliz nicht aufgehalten werde, werde sie immer weiter erstarken, "bis sie uns in den Straßen Großbritanniens ins Visier nehmen kann". 

Mit den US-Luftschlägen gegen die IS-Miliz sei es nicht getan, schreibt Cameron weiter. Es sei nach den "langen und schwierigen Konflikten" in Afghanistan und im Irak aber kaum überraschend, dass viele Briten lieber nur auf die Lieferung von Hilfsgütern setzten. "Ich stimme zu, dass wir es vermeiden sollen, Armeen zu schicken, um zu kämpfen und zu besetzen", schreibt Cameron.

Echte Sicherheit könne jedoch nur erreicht werden, wenn die Briten alle ihre Optionen nutzten – Hilfsgüter, Diplomatie und militärische Ressourcen. Einige Beobachter werten den Beitrag als Versuch, einen neuen Militäreinsatz Großbritanniens im Irak zu rechtfertigen.

Der IS brachte in den vergangenen Wochen Teile des Irak und Syriens unter seine Kontrolle. Dabei gingen die Kämpfer mit Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vor, insbesondere gegen Angehörige religiöser Minderheiten wie Christen und Jesiden. Die USA flogen deshalb Luftangriffe gegen die Dschihadisten. Zudem wurden internationale Hilfslieferungen für die Flüchtlinge aufgenommen.