Kurdische Peschmerga-Milizen und irakische Spezialeinheiten haben nach eigenen Angaben den Mossul-Staudamm eingenommen. Der Vorstoß gegen die Milizen des Islamischen Staates (IS) am größten Staudamm des Landes sei auch von den Luftwaffen der USA und Iraks unterstützt worden, berichtete das staatliche Fernsehen.

Eine dem IS nahestehende Organisation widersprach per Twitter der Darstellung, das Bauwerk am Tigris verloren zu haben. Demnach steht der Damm weiter unter IS-Kontrolle.

Am Sonntag hatte einer der Ingenieure des Wasserkraftwerks gesagt, die IS-Kämpfer hätten die Zufahrtstraßen zum Staudamm in Erwartung eines Angriffs vermint. Am Nachmittag wurde gemeldet, dass kurdische Einheiten Teile des Bauwerks zurückerobert hatten.

Obama begründet US-Luftangriffe

US-Präsident Barack Obama begründete die Ausweitung der US-Luftangriffe auf Stellungen der Dschihadisten nahe dem wichtigen Mossul-Staudamm mit dem Schutz von US-Interessen in der Region. In einem Brief an den Kongress schrieb er, die Angriffe würden "in Ausmaß und Dauer begrenzt" sein und dienten dazu, den irakischen Streitkräften die Rückeroberung der wichtigen Infrastrukturanlage zu erlauben. Er habe die Operation gemäß seinen Befugnissen als Präsident und Oberkommandeur angeordnet "im Interesse der nationalen Sicherheit und der Außenpolitik der USA".

Anfang August hatte der IS den Staudamm eingenommen. Die Anlage produziert einen großen Teil des Stroms des Landes und ist zentral für die Trinkwasserversorgung.

In Deutschland geht derweil der Streit um mögliche Waffenlieferungen weiter. Die Grünen sind uneins darüber, ob im Kampf gegen die Extremistengruppe Waffen in den Irak geliefert werden sollten. Humanitäre Hilfe sei zwar die erste Wahl, sagte Parteichef Cem Özdemir in der Montagsausgabe des Handelsblatts, "aber auch Waffenlieferungen im Rahmen des rechtlich Möglichen können wir nicht von vornherein ausschließen". Jürgen Trittin wandte sich hingegen gegen Waffenlieferungen und verlangte stattdessen eine veränderte Nahostpolitik. Mit den geltenden Richtlinien für Rüstungsexporte seien derartige Lieferungen an die Kurden im Irak nicht zu vereinbaren, sagte er der Berliner Zeitung.