Hilfsgüter an Bord einer C-17 Globemaster III der US-Airforce © AP Photo/U.S. Air Force, Staff Sgt. Vernon Young Jr.

Die US-Luftwaffe hat Flüchtlinge im Irak bei einem zweiten Einsatz mit Lebensmitteln und Wasser aus der Luft versorgt. In den Sindschar-Bergen seien aus drei Flugzeuge insgesamt 28.000 Mahlzeiten und knapp 6.000 Liter Wasser für die notleidenden Menschen abgeworfen worden, sagte Pentagon-Sprecher John Kirby. Die Maschinen seien von zwei F18-Kampfjets begleitet worden.

Die Hilfsgüter sind für tausende irakische Bürger bestimmt, die von der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) bedroht werden. Bereits am Vortag war ein ähnlicher Einsatz geflogen worden.

Die USA hatten am Freitag auch ihre Luftangriffe auf die Terrormiliz verstärkt. Nach Angaben des Pentagons flogen Drohnen und vier F18-Kampfjets eine zweite Angriffswelle auf Stellungen der IS-Extremisten nahe der Stadt Erbil. Eine unbekannte Anzahl von Kämpfern sei getötet worden, sagte Kirby. US-Kampfflugzeuge hatten bereits zuvor IS-Stellungen bombardiert. 

Auch die irakische Luftwaffe und kurdische Einheiten griffen die Dschihadisten erneut an. Kurdische Peschmerga hätten einen Angriff der radikalen Islamisten auf den Ort Tus Churmatu südlich der Stadt Kirkuk abgewehrt, berichtete die irakische Nachrichtenseite Shafaaq News. Demnach erlitten die Extremisten "schwere Verluste". Über Opfer aufseiten der kurdischen Einheiten wurden keine Angaben gemacht.

Obama will Kalifat verhindern

Offen ist, wie lange die von US-Präsident Barack Obama angeordneten Einsätze dauern könnten. Während Regierungssprecher Josh Earnest lediglich von "sehr begrenzten" weiteren Militäreinsätzen sprach, erklärte sich Obama in einem Interview grundsätzlich zu umfangreicheren Luftschlägen gegen die Islamisten bereit.

"Wir werden es nicht zulassen, dass sie ein Kalifat in Syrien und im Irak errichten", sagte Obama der New York Times. Voraussetzung sei aber, dass die politischen Spitzen im Irak die Regierungskrise beenden und einen Weg der Zusammenarbeit finden. Wenn es Partner in der irakischen Führung gebe, sei eine größere Unterstützung der USA denkbar, um die IS-Extremisten zurückzudrängen. 

Republikaner kritisieren "halbherzigen" Einsatz

Führende US-Republikaner kritisierten derweil den Umfang des amerikanischen Einsatzes. Der einflussreiche Senator John McCain sprach von einem halbherzigen Vorgehen der US-Regierung. Er forderte weitaus entschlossenere Schritte. Die IS-Gruppe habe eine Expansion zum Ziel "und muss gestoppt werden".

Eine Strategie der Eindämmung funktioniere nicht gegen die IS, sagte McCain. "Je länger wir warten, umso größer wird die Bedrohung." Er warf Obama vor, in Wahrheit keine Strategie zu haben. Ähnlich äußerte sich auch John Boehner, der Republikanerführer im Repräsentantenhaus: "Der Präsident braucht eine langfristige Strategie."   

Angesichts des Vormarsches der Dschihadisten hatte Obama am Donnerstag "gezielte Luftangriffe" sowie humanitäre Hilfe im Norden des Iraks angeordnet. Mit den Bombardements sollten US-Einrichtungen in der Kurdenhauptstadt Erbil geschützt und ein "Völkermord" an der religiösen Minderheit der Jesiden verhindert werden.

Tausende Jesiden harren seit Tagen ohne Wasser und Nahrung in den Bergen nördlich der Stadt Sindschar aus, die von IS-Kämpfern erobert worden war. US-Außenminister John Kerry sagte, die IS-Offensive gegen Jesiden und Christen zeige "alle Anzeichen eines Genozids".