Israelische Soldaten rasten nahe dem Gazastreifen. © Amir Cohen / Reuters

Israel ist laut einem Regierungsvertreter zur bedingungslosen Verlängerung der Waffenruhe im Gazastreifen bereit. "Israel hat kein Problem damit, die Waffenruhe bedingungslos zu verlängern", sagte ein Regierungsvertreter. Die dreitägige Kampfpause war am Dienstagmorgen in Kraft getreten und läuft am Freitag um 8 Uhr Ortszeit aus. Auch am zweiten Tag der Feuerpause kam es bis zum Abend nicht zu neuen Verstößen. Israel schickte am Mittwoch rund 27.000 Reservisten wieder nach Hause.

Derzeit laufen in der ägyptischen Hauptstadt Kairo Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand. Am Mittwoch übermittelten die israelische und die palästinensische Delegation den ägyptischen Vermittlern ihre Position. Ein direktes Treffen gab es bislang nicht. Während die Palästinenser die Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens und die Freilassung von Gefangenen fordern, verlangt Israel die Entwaffnung der palästinensischen Hamas-Bewegung und die Demilitarisierung des Küstengebiets. Die Hamas hat eine Entwaffnung aber bereits kategorisch ausgeschlossen.

Die Palästinenser fordern wiederum eine Aufhebung der jahrelangen Blockade des Gazastreifens. Dabei nennen sie den Bau eines See- und Flughafens in Gaza, eine Aufhebung von Einschränkungen bei der Geldüberweisung und eine Ausweitung der Fangzone für Fischer. Sie verlangen auch die Freilassung von Häftlingen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu kündigte an, die Sicherheit israelischer Grenzorte auch künftig zu gewährleisten und notfalls gegen neue Tunnelbauten vorzugehen. Man bedauere jedoch "zutiefst jedes zivile Opfer". Nicht das Volk von Gaza sei Israels Feind, sondern die radikalislamische Hamas.

EU-Staaten wollen Grenzbeamte in Rafah postieren

Die einmonatige Offensive Israels im Gazastreifen hat dort schwere Zerstörungen hinterlassen. 65.000 Menschen haben nach UN-Angaben keine Bleibe mehr. 187.000 Menschen halten sich nach Angaben des Sprechers des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA, Chris Gunnes, in 90 UN-Schutzräumen auf. Bei den vierwöchigen erbitterten Kämpfen waren fast 1.900 Palästinenser – der Großteil davon Zivilisten – und 67 Menschen auf israelischer Seite getötet worden.

Die USA werden nach Angaben der Regierung vermutlich an weiteren Gesprächen in Kairo teilnehmen. US-Außenminister John Kerry sagte dem britischen Fernsehsender BBC, die Gespräche in Kairo müssten Wegbereiter für breiter angelegte Verhandlungen in Richtung einer Zwei-Staaten-Lösung sein, um einen dauerhaften Frieden in der Region zu sichern.

Auch europäische Staaten, darunter Deutschland, Frankreich und Großbritannien, wollen einen Beitrag zu den Nahost-Gesprächen leisten. Die Länder seien dazu bereit, Grenzbeamte nach Rafah zu entsenden. Der Grenzübergang zwischen dem Gazastreifen und Ägypten ist seit Jahren gesperrt.