Die Gewalt zwischen Israel und der im Gazastreifen regierenden Hamas dauert an. Die israelische Luftwaffe griff in der Nacht erneut Ziele in Gaza an. Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte wurden bei einem Angriff mindestens zwei Menschen getötet. Binnen 24 Stunden seien 65 Ziele bombardiert worden, sagte eine Armeesprecherin in Tel Aviv. Sieben aus dem Gazastreifen abgefeuerte Raketen seien in offenem Gelände vor allem im Grenzgebiet eingeschlagen.

Im Großraum Tel Aviv heulten am Morgen zweimal die Warnsirenen, Menschen eilten in Schutzräume. Nach Angaben der Armee handelte es sich aber um einen Fehlalarm. Am Sonntagabend zerstörte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben eine Abschussrampe, von der aus eine Rakete auf Jerusalem abgefeuert worden war.

Zu Berichten über eine mögliche neue Waffenruhe teilte der Hamas-Funktionär Isat al-Rischek in der Nacht zum Montag mit: "Es gibt nichts Neues. (...) Wenn es irgendeine Entwicklung geben sollte, werden wir es direkt mitteilen."

Israel hatte am Wochenende seine Angriffe wieder verstärkt, nachdem am Freitag ein vierjähriges israelisches Kind getötet worden war. In dem Konflikt war am vergangenen Dienstag eine befristete Waffenruhe gescheitert. Seitdem gibt es wieder heftige Gefechte. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Sonntag angekündigt, Israel werde seine Militäroffensive fortsetzen, bis aus dem Gazastreifen kein Beschuss mehr zu erwarten sei.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor sieben Wochen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza mehr als 2.120 Palästinenser getötet und mehr als 10.850 weitere verletzt worden. Unter den Toten seien 90 Familien. Auf der israelischen Seite sind bislang 64 Soldaten und vier Zivilisten getötet worden, Hunderte mussten medizinisch behandelt werden.