Militante Palästinenser haben im Gazastreifen 18 Männer getötet, bei denen es sich um für Israel tätige Spitzel handeln soll. Die Palästinenserorganisation Hamas hatte zunächst mitgeteilt, dass sie elf mutmaßlich für Israel tätige Denunzianten getötet habe. Diese seien von einem Gericht in Gaza verurteilt worden, sagte ein Sicherheitsbeamter.

Palästinensische Medien und Zeugen berichteten später, dass Maskierte nahe der Stadt Gaza sieben weitere mutmaßliche Kollaborateure erschossen hätten, als Gläubige in einer Moschee gerade das Mittagsgebet beendet hatten. Der israelische Geheimdienst beschäftigt Spitzel, um etwa die Aufenthaltsorte der Hamasführer lokalisieren zu können.   

Am Donnerstag waren bei einem israelischen Luftangriff auf Rafah im Gazastreifen drei ranghohe Anführer des militärischen Arms der Palästinenserorganisation Hamas getötet worden. Daraufhin hatte die Hamas Vergeltung angekündigt. Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri sagte, Israel werde keinen Erfolg haben, den Willen der Palästinenser zu brechen oder ihren Widerstand zu schwächen. Israel werde den Preis für die Anschläge zahlen.

Die israelische Armee wurde nach den Drohungen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt, um Terroranschläge oder die Entführung von Soldaten oder Zivilisten zu verhindern. Eine Armeesprecherin sagte, Israel führe seine Luftschläge gegen Ziele im Gazastreifen "entsprechend der Notwendigkeit" fort. Am Donnerstag wurden zudem 10.000 Reservisten einberufen.

Die Gesamtzahl der Toten seit Beginn der israelischen Angriffe am 8. Juli stieg nach palästinensischen Angaben auf 2.075. Mehr als 10.000 Menschen seien verletzt worden. Auf israelischer Seite kamen 64 Soldaten und drei Zivilisten ums Leben, Hunderte wurden verletzt.