Kurdische Demonstranten © Safin Hamid/AFP/Getty Images

Im Südosten der Türkei ist es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen kurdischen Demonstranten und Sicherheitskräften gekommen, weil Behörden die Statue eines Gründers der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) entfernt haben. Dabei wurde ein 24-jähriger Mann getötet, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Außerdem gab es zwei Verletzte.

Die Kurden warfen Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten, die das erst vor drei Tagen eingeweihte Denkmal von Mahsum Korkmaz auf einem Friedhof der Kleinstadt Lice abbauen wollten. Die türkischen Sicherheitskräfte schossen mit Tränengas auf die Demonstranten. Der Tageszeitung Hürriyet zufolge starb der 24-Jährige im Krankenhaus an einem Kopfschuss.

Nach der Entfernung der Statue bleibt die Lage angespannt: Die Behörden sperrten die Straßen nach Lice, auf der Hauptstraße zwischen der 90 Kilometer entfernten Provinzhauptstadt Diyarbakır und Bingöl wurden Checkpoints eingerichtet. Der Gouverneur will sich laut Hürriyet in einer Presseerklärung zu den Vorfällen äußern.

Mahsum Korkmaz war ein Kämpfer der PKK, die von der Türkei als Terrororganisation betrachtet wird. Die PKK wurde 1978 in der Nähe von Lice gegründet; Korkmaz hatte 1984 die ersten Aktionen des kurdischen Aufstands gegen die türkische Regierung geplant. Zwei Jahre später wurde er von türkischen Soldaten getötet. Korkmaz wird deshalb von vielen Kurden als Märtyrer verehrt.

In Kampfuniform und mit Gewehr

Nach einer Klage des Gouverneurs der Region Diyarbakır hatte ein Richter in Lice am Sonntag die Demontage angeordnet. Sie war am 16. August aufgestellt worden, dem 30. Jahrestag des Beginns des bewaffneten Aufstands der PKK für kurdische Autonomie im Südosten der Türkei.

Das Denkmal auf dem Friedhof für PKK-Kämpfer in Lice zeigte Korkmaz auf einem hohen Sockel in Kampfuniform mit einem Gewehr an der Seite. Türkische Nationalisten reagierten empört auf die Einweihung der Statue.

Die türkische Regierung verhandelt seit Dezember 2012 mit dem inhaftierten Anführer der PKK, Abdullah Öcalan, über eine friedliche Lösung des Kurdenkonflikts, in dessen Verlauf rund 45.000 Menschen getötet wurden. Öcalan meldete sich am Samstag mit einer Botschaft zu Wort und kündigte an, dass der Konflikt sich seinem Ende nähere.