Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas hat das Bündnis der von ihm geleiteten Autonomiebehörde mit der Hamas infrage gestellt. In einem Fernsehinterview erhob er schwere Vorwürfe gegen die radikalislamische Hamas. Mit ihrer Haltung habe die Hamas die Kämpfe im Gazastreifen unnötig verlängert und die Zahl der Opfer erhöht. "Es wäre uns möglich gewesen, all das zu verhindern, 2.000 Märtyrer, 10.000 Verletzte, 50.000 beschädigte und zerstörte Häuser", sagte Abbas dem Sender Palestine TV.

Israel und die Hamas hatten sich 50 Tage lang bekämpft, bevor am Dienstag ein dauerhafter Waffenstillstand vereinbart wurde. Mehr als 2.100 Palästinenser wurden getötet, ein großer Teil von ihnen Zivilisten. Auf israelischer Seite gab es 71 Tote, darunter sechs Zivilisten. Mehrere Vermittlungsversuche Ägyptens für einen Waffenstillstand waren gescheitert. Schließlich stimmte die Hamas einem Vorschlag zu, der nahezu identisch war mit einem Entwurf, den sie zu Beginn noch zurückgewiesen hatte.

Abbas, dessen Palästinensische Autonomiebehörde das Westjordanland verwaltet, hatte in diesem Jahr eine Einheitsregierung mit der Hamas gebildet. In dem TV-Interview stellte er die Fortdauer dieses Bündnisses jedoch infrage.