Russland hat Berichte über eine angebliche Unterstützung der prorussischen Separatisten in der Ostukraine erneut zurückgewiesen. "Wir haben mehrfach gesagt, dass wir keine Technik dorthin liefern", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge. Er reagierte damit auf eine Aussage des Separatistenführers Andrej Sachartschenko. 

Sachartschenko, der Führer der selbsternannten "Volksrepublik Donezk", hatte in einem im Internet veröffentlichten Video gesagt, die Aufständischen hätten 150 Militärfahrzeuge, darunter etwa 30 Panzer, sowie 1.200 Kämpfer, die vier Monate lang in Russland geschult worden seien, zur Verstärkung erhalten. Russland dementiert auch, dass ein russischer Armeekonvoi in die Ukraine eingedrungen und dort zerstört worden sei.

Die ukrainischen Angaben dazu sind gegenläufig: Am Freitag hatte ein Armeesprecher aus Kiew gesagt, ein russischer Militärkonvoi sei in die Ukraine eingerückt. Teile der Kolonne seien zerstört worden. Heute meldete ein Armeesprecher, ein russischer Militärkonvoi mit drei Raketenwerfern sei auf das von den Separatisten kontrollierte Gebiet im Osten des Landes vorgedrungen. Auch hat es laut ukrainischem Militär binnen 24 Stunden zehn Verletzungen des ukrainischen Luftraums durch russische Drohnen gegeben.

Separatisten sollen ein ukrainisches Kampfflugzeug abgeschossen haben

Am Morgen hatten prorussische Separatisten in der Ostukraine nach Armeeangaben ein ukrainisches Kampfflugzeug abgeschossen. Das Flugzeug vom Typ MiG-29 sei am Sonntagmorgen in der Region Luhansk abgeschossen worden, nachdem es erfolgreich gegen eine Gruppe von Rebellen vorgegangen sei, sagte ein ukrainischer Armeesprecher. Der Pilot habe sich mit dem Schleudersitz retten können. Er sei mittlerweile gefunden worden. Die Sucharbeiten nach der Maschine hätten begonnen.

Die Aufständischen hatten im Kampf gegen Regierungstruppen immer wieder Jets sowie Kampfhubschrauber und Transportflugzeuge zerstört. Die ukrainische Regierung wirft den Separatisten auch vor, am 17. Juli ein malaysisches Passagierflugzeug abgeschossen zu haben.

Kämpfe dauern an

Die Kämpfe zwischen Regierungstruppen und prorussischen Rebellen in der Ostukraine dauern unvermindert an. Die Führung in Kiew wirft Moskau vor, die Separatisten mit Kämpfern und Waffen zu unterstützen. Am Sonntagabend beraten Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Frankreichs Außenminister Laurent Fabius in Berlin mit ihren Kollegen aus der Ukraine und Russland, Pawlo Klimkin und Sergej Lawrow, über den Konflikt.

Gestern hatte Russland eine Waffenruhe in der Ostukraine gefordert, um dort Hilfsgüter zu verteilen. Die Sicherheit einer Mission des Roten Kreuzes müsse gewährleistet werden, teilte das Außenministerium in Moskau mit. Der ukrainischen Regierung warf Russland vor, die Abwicklung der Hilfsaktion zu stören und zu verzögern.