Auf der Flucht vor russischem Militär hat ein US-Spionageflugzeug schwedischen Luftraum verletzt. Mindestens ein russischer Abfangjäger sei bei einem Lauschangriff auf das russische Militär über der nördlichen Ostsee aufgestiegen und habe ein US-Flugzeug zu dem Manöver genötigt, berichtet CNN unter Berufung auf einen US-Militär. Der US-Sender fühlt sich bei dem Vorfall an den Film Top Gun erinnert, der ähnliche Manöver aus Zeiten des Kalten Kriegs zeigt.

Einen Tag nach dem Absturz der Malaysia-Airlines-Maschine vom Flug MH17 in der Ostukraine, am 18. Juli, sei die US-Maschine RC-135 Rivet Joint abgedrängt worden, berichtet CNN weiter. Möglicherweise sei dabei auch der Luftraum anderer Staaten verletzt worden.

Laut dem US-Sender sollte das Spionageflugzeug aus internationalem Luftraum russisches Militär abhören. Dabei sei es von russischem Boden-Radar erfasst und verfolgt worden, zudem sei mindestens ein Kampfjet aufgestiegen. Die ungewöhnliche Reaktion habe die Besatzung dermaßen beunruhigt, dass sie nach Schweden abdrehte, ohne dort vorher eine Erlaubnis einzuholen.

Die schwedische Zeitung Svenska Dagbladet veröffentlichte eine Karte, auf der die Flugroute des US-Fliegers teilweise eingezeichnet sein soll. Demnach flog die Militärmaschine in Höhe der baltischen Staaten über die Insel Gotland und steuerte anschließend an der schwedischen Küste entlang Richtung Süden.

Der Vorfall verursachte zwischen den Regierungen Irritationen. Die USA befürchten, dass sich derartige Zwischenfälle wiederholen könnten und US-Flieger künftig öfter kurzfristig in schwedischen Luftraum ausweichen müssten. Russische und US-amerikanische Militärflugzeuge begegnen sich regelmäßig etwa über Alaska. Dabei kommt es normalerweise selten zu Provokationen. Zuletzt gab es im April einen Zwischenfall, als sich über dem Meer zwischen Japan und Russland ein russischer Jet einem amerikanischen annäherte.