Seit Tagen versucht die Terrormiliz IS einen Militärflughafen im Osten Syriens zu erobern. Offenbar sind bei den Kämpfen bereits 300 Extremisten getötet oder verletzt worden. Das sagte der Leiter der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman. Der strategisch wichtige Flughafen Al-Tabka gilt als die letzte Bastion des Regimes von Präsident Baschar al-Assad in der ostsyrischen Provinz Al-Rakka. 

Noch immer leisten die Regierungstruppen Widerstand, um die Angriffe der Dschihadisten abzuwehren. Assads Armee, in der es laut Menschenrechtlern ebenfalls unbezifferte Verluste gegeben haben soll, verstärkte ihre Luftangriffe. Ein IS-Kämpfer habe sich am Eingang des Flughafens Al-Tabka mit einer Autobombe selbst in die Luft gesprengt. Sollte es dem IS gelingen, den Militärflughafen unter seine Kontrolle zu bringen, könnte er die Region unbehelligt beherrschen.

Die IS-Terrormiliz bekommt bei ihren Angriffen auf den Flughafen Unterstützung aus der Nachbarprovinz Dair as-Saur und aus dem Irak. Die Provinz Dair as-Saur wird neben der Provinz Al-Rakka nahezu vollständig von den Extremisten kontrolliert. Ebenso große Teile im Norden und Osten des Landes. Dort ließ die Terrorgruppe an verschiedenen Orten mindestens 18 Menschen öffentlich hinrichten. Ihren Opfern warfen sie vor, das syrische Regime unterstützt zu haben. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte berichtet, dass die Opfer an zentralen Plätzen gekreuzigt wurden.

Während die USA im Irak bereits seit zwei Wochen Luftschläge gegen die IS-Terrormiliz fliegt, will die US-Regierung in Syrien erst eingreifen, wenn die USA oder US-Bürger bedroht seien. Der stellvertretende Nationale Sicherheitsberater, Ben Rhodes, sagte am Freitagabend, dass sich eine Intervention gegen die Dschihadistengruppe sowohl auf den Irak als auch auf Syrien erstrecken müsse. US-Präsident Barack Obama hat dagegen eine direkte militärische Intervention in Syrien bisher stets abgelehnt.

Die brutale Ermordung des US-Journalisten James Foley durch IS-Kämpfer könnte die US-Regierung jedoch nun zum Eingreifen bewegen.