Der Gouverneur von Texas, Rick Perry, muss sich wegen möglichen Amtsmissbrauchs vor Gericht verantworten. Ein Gericht in der texanischen Hauptstadt Austin erhob Anklage gegen den republikanischen Politiker. Er soll einer Behörde zur Korruptionsbekämpfung öffentlich mit der Streichung von 7,5 Millionen Dollar in den nächsten zwei Jahren gedroht haben, sollte ihre Vorsitzende nicht abdanken.   

Perry hatte gesagt, er würde sein Veto gegen die Bezahlung der Behörde geben, sollte die Bezirksanwältin Rosemary Lehmberg nicht ihr Amt aufgeben, nachdem sie im April 2013 wegen Trunkenheit am Steuer verurteilt worden war. Lehmberg verweigerte die Kündigung.   

Lehmberg ist die höchste Staatsanwältin in Austin und leitet eine mächtige Behörde, die Korruption bei staatlichen, bundesstaatlichen und lokalen Behörden untersucht. Ihre Arbeit führte dazu, dass im Jahr 2005 ein republikanischer Kongressabgeordneter wegen einer Parteispendenaffäre angeklagt wurde. 

Perry drohen im schlimmsten Fall bis zu 99 Jahre Haft. Der Politiker ist seit 14 Jahren Gouverneur von Texas und damit länger im Amt als alle seine Vorgänger in dem US-Staat. Im kommenden November will er sich nicht zur Wiederwahl stellen. 

Gegner fordern Perrys Rücktritt

Es wird vermutet, er werde nach 2012 erneut versuchen, republikanischer Spitzenkandidat bei der Wahl des Nachfolgers von US-Präsident Barack Obama zu werden. 2012 hatte er sich in den Vorwahlen der Republikaner dem späteren Kandidaten Mitt Romney geschlagen geben müssen. Die Anklage könnte seine Pläne zunichtemachen. Demokratische Gegner Perrys forderten nach der Anklage seinen Rücktritt vom Gouverneursposten.