Marine-Soldaten marschieren während einer Militärparade zum Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine durch Kiew. © Gleb Garanich/Reuters

Der ukrainische Präsident Petro Poroschenko hat bei einer Militärparade zum Jahrestag der Unabhängigkeit der Ukraine die Aufrüstung der Armee angekündigt. In den kommenden drei Jahren sollten dafür umgerechnet mehr als 2,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden, sagte der Staatschef bei einer Rede anlässlich des 23. Jahrestags der Unabhängigkeit in Kiew.

Poroschenko betonte dennoch abermals den Willen der Regierung, das Land möglichst bald zu befrieden. Die Ukraine wolle keinen Krieg, sagte der Staatschef. "Wir wählen den Frieden."

Die ukrainische Regierung kämpft seit Monaten gegen prorussische Separatisten im Osten des Landes und fühlt sich auch von Russland selbst bedroht. Das Militärbudget 2014 liegt aktuell nach Angaben des Verteidigungsministeriums bei rund 1,1 Milliarden Euro. Die Streitkräfte verlangen eine Aufstockung der Mittel.

Während der Waffenschau im Zentrum der Hauptstadt marschierten rund 1.500 Soldaten durch die ukrainische Hauptstadt, gefolgt von Panzerfahrzeugen und Lastwagen mit Raketensystemen. Tausende Menschen fanden sich auf dem Maidan ein, auf dem es im Winter Demonstrationen für eine Westintegration der Ukraine gegeben hatte. 

Die Parade, die wegen der blutigen Kämpfe im Osten und in Zeiten knapper Staatskassen nicht unumstritten ist, gilt auch als Demonstration der Stärke im Konflikt der prowestlichen Regierung mit prorussischen Aufständischen. Die damalige Sowjetrepublik Ukraine hatte am 24. August 1991 ihre Unabhängigkeit von Moskau erklärt. Andrej Lyssenko vom Sicherheitsrat in Kiew sagte jedoch, es handele sich um eine "Geste zur Unterstützung der kämpfenden Einheiten im Osten", nicht um eine Siegesparade.

Neue Gefechte in Donezk

Unterdessen gab es in der Separatistenhochburg Donezk neue heftige Gefechte. Granaten beschädigten ein Krankenhaus und eine Leichenhalle. Nach Angaben mehrerer Klinikmitarbeiter wurde aber niemand verletzt. Dutzende Patienten waren vorsorglich in den Keller gebracht worden. Die Aufständischen teilten mit, bei einer Gegenoffensive etwa 5.000 Angehörige von Regierungseinheiten und 30 Panzer eingekesselt zu haben. Dafür gab es aber zunächst keine unabhängige Bestätigung.