Das amerikanische Militär hält eine Ausweitung der Kämpfe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf syrisches Staatsgebiet für notwendig. Die Organisation könne nicht besiegt werden, ohne ihren Arm in Syrien ins Kalkül zu ziehen, sagte Generalstabschef Martin Dempsey vor Journalisten im Pentagon. Der Kampf müsse dem hochrangigsten US-Soldaten zufolge auf beiden Seiten der "quasi nicht existierenden Grenze" zwischen dem Irak und Syrien geführt werden. "Das wird passieren, wenn wir ein Bündnis in der Region haben, das die Aufgabe übernimmt, IS langfristig zu besiegen", sagte Dempsey.   

Auch die US-Regierung schließt eine Ausweitung der Luftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien nicht aus. "Wir denken über alle Optionen nach", sagte US-Verteidigungsminister Chuck Hagel auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Dempsey. Er bezeichnete IS als extreme Bedrohung für die Vereinigten Staaten. Diese Bedrohung sei "jenseits von allem, was wir gesehen haben", fügte er hinzu. "Es ist weit mehr als eine Terrorgruppe", sagte Hagel. IS sei "so hoch entwickelt und gut finanziert" wie keine andere extremistische Organisation. 


Das militärische Vorgehen der USA gegen IS beschränkt sich bislang auf den Irak. Hagel kündigte an, die Luftangriffe dort fortzusetzen: "Wir verfolgen eine langfristige Strategie." Er betonte aber, dass der US-Einsatz klar eingegrenzt sei. Um die Extremisten vollständig zu besiegen, müsse der Irak seine innenpolitischen Probleme in den Griff bekommen, sagte Hagel. Kürzlich hatte bereits US-Präsident Barack Obama den Einsatz von Bodentruppen im Irak ausgeschlossen.

Zu den Umständen des nach jüngsten US-Angaben im Juli gescheiterten Befreiungsversuchs des von IS-Kämpfern getöteten Journalisten James Foley machte der Minister keine Angaben. Er sagte lediglich, die Ermordung des Reporters sei ein "weiteres Beispiel für die barbarische und unerbittliche Ideologie" der Gruppe.

US-Kampfjets flogen laut Pentagon in der Nacht zum Donnerstag sechs Luftangriffe im Nordirak, um die Kontrolle der örtlichen Truppen über den Mossul-Staudamm zu festigen. Dabei seien vier Militärfahrzeuge der Extremisten sowie mehrere an Straßenrändern deponierte Bombenvorrichtungen zerstört worden.