Eine Hellfire-Rakete in Nevada: Waffen dieser Art liefern die USA vorerst nicht mehr an Israel. © Ethan Miller/Getty Images

Die USA haben einem Medienbericht zufolge eine Lieferung von Hellfire-Raketen für Kampfhubschrauber an Israel gestoppt. Die US-Regierung kritisiere die hohe Zahl ziviler Opfer der israelischen Militäroffensive im Gazastreifen, berichtete das Wall Street Journal. Dennoch habe das US-Verteidigungsministerium während des Krieges Waffenlieferungen an Israel freigegeben, ohne das Weiße Haus oder das Außenministerium zu informieren.

"Wir wurden umgangen", sagte ein US-Diplomat dem Blatt. Die Regierung der USA habe darum jetzt eine große Lieferung von Hellfire-Raketen an Israel vorerst unterbrochen. Hohe amerikanische Regierungsbeamte forderten nun, jede Waffenlieferung nach Israel "an höchster Stelle" prüfen zu lassen.

Andere Vertreter des US-Militärs hingegen behaupteten der Zeitung zufolge, dass eine Einwilligung der Regierung nicht notwendig gewesen sei. Die Lieferung von Waffen sei auch ohne eine eindeutige Mitteilung an die höchsten Instanzen üblich. Eigentlicher Grund für den Stopp der Lieferung von Hellfire-Raketen durch die US-Regierung seien ihnen zufolge die diplomatischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und den USA.

Der aktuelle Gaza-Konflikt habe das amerikanisch-israelische Verhältnis auf den tiefsten Punkt seit dem Amtsantritt des US-Präsidenten Barack Obama gebracht, heißt es in dem Bericht. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Barack Obama hätten am Mittwoch bei einem Telefonat heftig gestritten. Die Amerikaner fühlten sich von Israel "öffentlich manipuliert". Viele US-Beamte hielten die israelische Regierung für rücksichtslos und unglaubwürdig.