US-Außenminister John Kerry hat auf seiner Reise in Saudi-Arabien weitere Verbündete für den Kampf der USA gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" gewonnen. Neben dem Königreich haben neun weitere arabische Staaten eingewilligt, gemeinsam mit der Regierung von Barack Obama gegen die "terroristische Bedrohung" vorzugehen, hieß es in einer Erklärung zum Abschluss von Beratungen Kerrys mit Kollegen aus der Region im saudiarabischen Dschiddah. Die beteiligten Länder hätten vereinbart, "ihren Anteil im umfassenden Kampf" gegen den IS zu tragen.

Zu den weiteren Staaten der Koalition gehören demnach Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate, Kuwait, Katar, Oman, Ägypten, der Irak, Jordanien und der Libanon. Bei den Gesprächen saß auch die Türkei mit am Tisch. Sie will sich am Kampf gegen den IS aber ausschließlich im Rahmen humanitärer Maßnahmen beteiligen.

Obama hatte am Mittwoch seine Strategie gegen die Extremisten vorgestellt. Er kündigte an, die Luftschläge auf IS-Stellungen würden vom Irak auf Syrien ausgeweitet. Im Kampf gegen IS warb er für eine breite, internationale Koalition.

Insgesamt fast 40 Nationen haben mittlerweile ihre Unterstützung zugesagt. Großbritannien will nicht ausschließen, sich an Luftschlägen in Syrien zu beteiligen, Deutschland hat Waffenlieferungen zugesagt und wirbt für eine politische Strategie, in die auch die Vereinten Nationen eingebunden werden müssten.

Syrien will auf nicht genehmigte Angriffe reagieren

Die syrische Regierung teilte mit, sie werde einen eigenmächtigen Militäreinsatz der USA in ihrem Land nicht dulden. Falls vorab keine Genehmigung aus Damaskus eingeholt werden sollte, werde jeglicher Einsatz von Streitkräften "als Angriff auf Syrien aufgefasst", sagte der für nationale Versöhnung zuständige Minister Ali Haidari in Damaskus. Für jegliches Vorgehen auf syrischem Territorium, egal ob militärischer oder anderer Art, müsse zuerst eine offizielle Genehmigung vorliegen. Wie die Reaktion seiner Regierung auf ein solches Ersuchen ausfallen würde, ließ Haidari offen. Dafür müsse "erst einmal ein Angriff stattfinden", und auch "die Art des Angriffs" betrachtet werden.

In Syrien bekämpfen sich seit mehr als drei Jahren die Truppen von Machthaber Baschar al-Assad und verschiedene Rebellengruppen. Der Bürgerkrieg hat den Aufstieg der radikalsunnitischen Kämpfer begünstigt. Die Gruppe gilt mittlerweile als gut vernetzt und hat Unterstützer auf der ganzen Welt. Die Bundesregierung plant nun ein Verbot des IS in Deutschland.