Der russische Präsident Wladimir Putin erwägt, sein Militär am Kampf gegen die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" zu beteiligen. Putin habe mit seinem Sicherheitsrat, einem Gremium ranghoher Politiker, über eine Zusammenarbeit mit anderen Staaten beraten, sagte ein Sprecher des Präsidialamtes.

US-Präsident Barack Obama hatte für eine internationale Koalition im Kampf gegen den IS geworben. Nach US-Angaben boten bislang mehr als 40 Länder ihre Mithilfe an, darunter auch arabische Staaten. 

Die Terrormiliz verschärfte ihren Tonfall. Sie rief ihre Anhänger auf, Bürger aller Staaten zu töten, die zu der internationalen Koalition gegen sie gehören. Anhänger und Unterstützer des IS sollten "ungläubige Amerikaner oder Europäer – vor allem die boshaften und dreckigen Franzosen" töten, sagte IS-Sprecher Abu Mohammed al-Adnani in einer Botschaft in mehreren Sprachen. Er nannte auch Australier oder Kanadier als Ziele sowie alle "Bürger jener Länder, die sich der Koalition gegen den Islamischen Staat angeschlossen haben".

Aufruf zu Anschlägen in Ägypten

Auch zu Anschlägen auf Polizei und Militär auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel rief der IS auf. "Spickt die Straßen mit Sprengstoff. Greift ihre Stützpunkte an. Überfallt ihre Häuser. Schneidet ihnen die Köpfe ab, lasst sie sich nicht in Sicherheit wiegen", heißt es in dem Appell.  

Die ägyptische Regierung hat sich bereit erklärt, die internationale Allianz im Kampf gegen den IS zu unterstützen. Weiter hat sie eingeräumt, dass einheimische Extremisten Kontakte zum IS haben. Der IS hat Teile Syriens und des Iraks unter Kontrolle, ist in Ägypten bisher aber nicht aktiv geworden.

Der IS spannt offenbar auch Partnernetzwerke ein: Ein Mitglied der Extremisten-Organisation Ansar Bait al-Maqdis sagte der Nachrichtenagentur Reuters, der IS habe sie mit Anleitungen versorgt, wie sie wirksamer agieren könnten. Die Gruppe hatte 2013 in Ägypten viele Polizisten getötet.

Mittlerweile unterstützen westliche Staaten im Irak den Kampf gegen den IS. Nach der US-Luftwaffe flogen kürzlich auch Kampfflugzeuge Frankreichs erstmals Angriffe gegen Stellungen im Norden des Landes. Zahlreiche weitere westliche und arabische Staaten schlossen sich der US-geführten Koalition an. Sie sagten Waffenlieferungen und andere Hilfen zu.  

Der Extremistengruppe werden zahlreiche Gewalttaten vorgeworfen – gegen irakische Soldaten, rivalisierende Rebellen und religiöse Minderheiten wie Schiiten, Jesiden und Christen. Sie geht auf besonders grausame Weise vor. Aus Syrien flohen mittlerweile 100.000 Kurden in die Türkei.