Israelische Soldaten in der Nähe des Gazastreifen © Amir Cohen/Reuters

Eine Elite-Gruppe der israelischen Armee lehnt es ab, sich weiter an Einsätzen zu beteiligen, die sich gegen die Palästinenser richten. Die Aufklärer-Einheit richtete einen Brief an Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Mosche Jaalon. Darin warfen die Soldaten der Regierung vor, die Informationen der Einheit zu nutzen, um unschuldigen Zivilisten zu schaden. Die Daten ermöglichten politische Verfolgung und spalteten die palästinensische Gesellschaft durch das Anwerben von Informanten. Die Reservisten innerhalb der Einheit würden den Dienst deswegen verweigern.

"Wir können nicht mit gutem Gewissen weiterhin in diesem System dienen und die Rechte von Millionen Menschen verletzten", heißt es in dem Schreiben. Die palästinensische Bevölkerung sei der Überwachung und Spionage von israelischer Seite vollkommen schutzlos ausgesetzt. "Während es strenge Grenzen bei der Überwachung der israelischen Bevölkerung gibt, genießen die Palästinenser diesen Schutz nicht." Es werde kein Unterschied zwischen Menschen mit und ohne gewalttätigen Hintergrund gemacht. Die Arbeit des israelischen Geheimdienstes mache es den Menschen in den besetzten Gebieten unmöglich, ein normales Leben zu führen. 

Die Einheit verurteilte auch die Siedlungspolitik der Regierung. Die Ausweitung der Siedlungen habe nichts mit der nationalen Sicherheit Israels zu tun, heißt es in dem Brief. Durch seine Expansionspolitik verweigere Israel den Palästinensern grundlegende Rechte. "Es ist an der Zeit für uns, zu handeln."

In dem Brief rufen die Armee-Mitglieder auch andere Soldaten auf, sich ihnen anzuschließen. "Wir rufen alle Soldaten der Spionageabwehr, jetzt und in Zukunft, und auch die israelischen Zivilisten dazu auf, gegen diese Ungerechtigkeiten aufzubegehren und sie zu einem Ende zu bringen. Wir glauben, dass die Zukunft Israels davon abhängt."

Der Brief wurde auf der israelischen Nachrichtenseite ynet veröffentlicht. Er wurde neben anderen von einem Major, zwei Hauptleuten und einem Leutnant unterzeichnet. Die vollen Namen wurden aber nicht genannt. Eine englische Version des Briefs veröffentlicht der britische Guardian auf seiner Website.