Israel ist laut Armeeberichten wieder vom Gazastreifen aus angegriffen worden. Im Süden des Landes sei ein Mörsergeschoss eingeschlagen, teilte das israelische Militär mit. Die Explosion habe niemanden verletzt und auch keine Schäden angerichtet. Es ist der erste Zwischenfall dieser Art seit Inkrafttreten der Waffenruhe.

Zu dem mutmaßlichen Angriff bekannte sich zunächst niemand. Die radikal-islamische Hamas erklärte, es gebe keine Hinweise, dass eine Mörsergranate vom Gazastreifen abgefeuert worden sei. Die einzelnen Palästinenser-Fraktionen wollten sich an die Waffenruhe halten.

Allerdings ist es bereits mehrfach vorgekommen, dass sich kleinere, mit Al-Kaida in Verbindung stehende Palästinensergruppen aus dem Gazastreifen nicht an die Vorgaben der Hamas gehalten haben.

Israel hat erklärt, einen erneuten Beschuss auf gar keinen Fall hinzunehmen. Sollte das Land auf den nun gemeldeten Zwischenfall militärisch reagieren, droht eine neue Eskalation des Nahost-Konflikts.

Israel und die palästinensische Hamas hatten sich im August auf einen Waffenstillstand geeinigt, der den 50 Tage dauernden  Gazakrieg beendete. Der Gewalt fielen nach UN- und palästinensischen Angaben mehr als 2100 Palästinenser zum Opfer, die meisten davon Zivilisten. Auf israelischer Seite kamen 72 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen waren Soldaten.