Der Grünen-Europapolitikerin Rebecca Harms ist die Einreise nach Russland verwehrt worden. Trotz ihres Diplomatenpasses wurde die Vorsitzende der Fraktion der Grünen im Europäischen Parlament zunächst am Moskauer Flughafen festgehalten, teilte sie mit.

Nach drei Stunden Wartezeit sei Harms erklärt worden, dass sie eine "unerwünschte" Person in Russland sei und ihre Einreise ein "krimineller Akt" wäre. Harms musste daraufhin das nächste Flugzeug nach Brüssel nehmen. Eine Stellungnahme der russischen Behörden gab es zunächst nicht.

Das Auswärtige Amt bewertete die "völlig unvermittelte" Einreise-Verweigerung als "inakzeptabel", wie eine Sprecherin mitteilte. "Das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Moskau haben sofort bei der russischen Botschaft in Berlin und im russischen Außenministerium in Moskau dagegen protestiert."

Hintergrund von Harms' Russland-Reise ist der Prozess gegen eine wegen Spionage angeklagte ukrainische Pilotin. Die Grünen-Politikerin wollte der Verhandlung als Beobachterin beiwohnen.

Ursache für die Schikane könnte eine Erklärung des russischen Außenministeriums von heute Nachmittag sein, vermutet Harms. Darin behält sich die russische Regierung Sanktionen gegen einzelne Europa-Abgeordnete vor. Dazu gehören auch Reise-Beschränkungen.