Die syrische Regierung hat die Angriffe der US-geführten Koalition gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) in Syrien begrüßt. Syrien unterstütze "jede internationale Bemühung, die zum Kampf gegen Terroristen beiträgt", teilte das syrische Außenministerium mit. Das gelte für den IS, die Al-Nusra-Front oder andere. Das internationale Recht und die Souveränität Syriens müssten trotzdem gewahrt werden.

Die US-Regierung lehnt eine Kooperation mit dem syrischen Machthaber Baschar al-Assad ab, informierte das syrische Außenministerium jedoch vorab über die Angriffe. Syriens Außenminister Walid al-Muallim hat nach Angaben aus Damaskus am Montag über seinen irakischen Kollegen eine Botschaft von US-Außenminister John Kerry erhalten. Auch der syrische UN-Botschafter sei informiert worden. Die syrische Regierung werde den Kampf gegen die IS-Miliz in Abstimmung mit dem Irak fortsetzen.

Die US-Streitkräfte hatten in der Nacht zum Dienstag gemeinsam mit arabischen Verbündeten erstmals Luftangriffe auf Stellungen der IS-Miliz und von Al-Kaida in Syrien geflogen. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden dabei rund 30 Al-Kaida-Kämpfer in der nördlichen Provinz Aleppo getötet. Es habe außerdem acht Angriffe gegen die aus Al-Kaida-Veteranen gebildete Chorasan-Gruppe gegeben, die Anschläge in den USA vorbereitet habe, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Laut der Beobachtungsstelle gab es zudem zahlreiche Angriffe gegen Stellungen der IS-Miliz in der Provinz Rakka sowie um die Stadt Al-Bukamal an der irakischen Grenze. Bei den Angriffen in Rakka seien mehr als 20 Dschihadisten getötet worden. Die syrische Opposition begrüßte die Angriffe. Die Weltgemeinschaft sei damit "in unseren Kampf gegen IS eingetreten", teilte die Syrische Nationale Koalition mit. Laut Pentagon nahmen Bahrain, Jordanien, Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate an den Angriffen teil.

Russland wirft USA Völkerrechtsbruch vor

Mit den Angriffen auf Syrien hatten sich die USA rechtlich auf kompliziertes Terrain begeben. Die Militäraktionen im Irak werden von der Regierung in Bagdad mitgetragen. Im Fall Syriens äußerten einige Staaten indes Bedenken, dass mit einem Einsatz gegen das Völkerrecht verstoßen werden könnte, wenn kein Mandat des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen oder eine Genehmigung der syrischen Regierung vorliege.

Russland warf den USA vor diesem Hintergrund einen Bruch des Völkerrechts vor, da die Militäraktion nicht vorher mit der syrischen Regierung abgestimmt worden sei. "Jede derartige Aktion darf nur in Übereinstimmung mit dem Völkerrecht ausgeführt werden", teilte das Außenministerium in Moskau mit. Dazu reiche eine einseitige Notifizierung der Luftangriffe nicht aus. Erforderlich sei eine ausdrückliche Zustimmung der syrischen Regierung oder ein Mandat des UN-Sicherheitsrates. Der eigenmächtige Beschluss der USA und ihrer Verbündeten schüre Spannungen und destabilisiere die Region.