Der ukrainisch-russische Grenzposten Goptovka © Sergey Bobok/AFP/Getty Images

Die ukrainische Regierung plant den Bau einer Mauer entlang der rund 2.000 Kilometer langen Grenze zu Russland. Damit würde eine "echte Staatsgrenze" entstehen, sagte Ministerpräsident Arseni Jazenjuk. Denkbar sei auch ein Elektrozaun mit Minen und Stacheldraht. "Wir wollen einen echten Schutz", sagte Jazenjuk.

Bereits zuvor hatte es Pläne zu einer Mauer an der Grenze gegeben. Ihor Kolomojskyi, Gouverneur der ostukrainischen Region Dnipropetrowsk, hatte im Juni Pläne für eine Grenzbefestigung vorgelegt. Demnach soll das Bauprojekt etwa 100 Millionen Euro kosten und binnen sechs Monaten abgeschlossen sein.   

In ihrem Kampf gegen prorussische Separatisten hat die Regierung in Kiew derzeit die Kontrolle über einen Teil der Grenze in der Ostukraine verloren. Die prowestliche Führung wirft Moskau vor, dort Nachschub für die Aufständischen einzuschleusen.

Vor dem Hintergrund des Konflikts sprach sich Jazenjuk auch dafür aus, Russland in der Militärdoktrin der Ukraine als Aggressor zu bezeichnen. "Es ist das einzige Land, das unsere territoriale Integrität bedroht", meinte er. Die Ukraine erwarte vom Nato-Gipfel in Wales diese Woche deutlichen Beistand. "Unser Ziel ist ein Sonderstatus in den Beziehungen zur Nato", sagte Jazenjuk.  

Am Morgen hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko für Verwirrung gesorgt, als er verkündete, die Ukraine und Russland hätten eine dauerhafte Waffenruhe geschlossen. Nach einem Dementi aus Russland hatte er seine Aussage korrigiert. Nun spricht er nur von "Bedingungen für eine Waffenruhe".