Die Koalition gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" findet immer mehr Partner: Auch Großbritannien, Dänemark und Belgien wollen Luftangriffe im Irak unterstützen. Das reicht nach Einschätzung der US-Armee aber nicht. Für den Kampf gegen die Dschihadistengruppe würde eine syrische Rebellentruppe von bis zu 15.000 Mann gebraucht, sagte US-Generalstabschef Martin Dempsey. Diese Truppenstärke sei nötig, um verlorenes Gebiet im Osten Syriens zurückzuerobern.  

Der Aufbau einer schlagkräftigen Rebellentruppe am Boden sei ein wichtiger Bestandteil des US-geführten Kampfes gegen die IS-Extremisten, sagte Dempsey. Luftangriffe allein reichten nicht aus, um die Gruppe zu besiegen. Für den Aufbau der Infanterie werde auf die Unterstützung der moderaten syrischen Opposition gesetzt. Großbritannien und Frankreich schließen den Einsatz von Infanteristen bislang aus.

Der US-Kongress hatte in der vergangenen Woche einem Plan von Präsident Barack Obama zugestimmt, der die Ausbildung und Bewaffnung von bis zu 5.000 moderaten syrischen Rebellen im Kampf gegen den IS vorsieht. Allerdings sei schon vorher klar gewesen, dass 5.000 Kämpfer nicht genug seien, sagte Dempsey.

Kurden wollen in Syrien kämpfen

Einige Freiwillige haben sich offenbar bereits gefunden: Hunderte Kurden rissen am Freitag einen Grenzzaun zwischen der Türkei undSyrien nieder und passierten anschließend die Grenze im türkischen Mursitpinar, um sich dem Kampf gegen den IS anzuschließen. Auf syrischer Seite wurden sie von kurdischen Kämpfern der Partei der Demokratischen Union (PYD) in Empfang genommen. 

Die Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), eine Schwesterpartei der PYD, hatte die türkischen Kurden bereits am Montag aufgerufen, gegen die Dschihadisten im Nachbarland zu kämpfen. Die türkische Regierung beobachtet dies mit Sorge, weil sie eine Stärkung der Rebellenbewegung befürchtet.

Die Offensive der IS-Kämpfer rund um die Stadt Ain al-Arab hatte in den vergangenen Tagen eine Massenflucht der mehrheitlich kurdischen Bevölkerung ausgelöst. Nach Angaben der Regierung in Ankara strömten bis Freitag 160.000 Menschen über die Grenze in die Türkei.

Die USA bombardieren schon seit Anfang August IS-Stellungen im Irak, Frankreich schloss sich als erstes europäisches Land an. Anfang dieser Woche weiteten die USA ihre Luftangriffe gemeinsam mit arabischen Verbündeten vom Irak auf Syrien aus. Bei den jüngsten Angriffen dort wurden nach Angaben von Aktivsten die Ölfelder Al-Tanak und Kurije getroffen. Zudem seien Hauptquartiere der Extremisten in Majadin bombardiert worden. An der Grenze zum Irak nahe der Stadt Hassake trafen weitere Luftangriffe ebenfalls eine Ölanlage, wie der Direktor des Syrischen Beobachtungszentrums für Menschenrechte berichtete.