Noch einmal erhöhen auch die USA den Druck auf Russland: "Wir werden die Sanktionen gegen Russlands Finanz-, Energie- und Rüstungssektoren vertiefen und ausweiten", sagte US-Präsident Barack Obama. "Diese Maßnahmen werden Russlands politische Isolation sowie die wirtschaftlichen Kosten für Russland erhöhen", sagte Obama laut einer vom Weißen Haus veröffentlichten Erklärung.

Obama warf Moskau vor, die Ukraine im vergangenen Monat weiter destabilisiert zu haben. Dabei verwies er auf "die Präsenz schwer bewaffneter russischer Truppen in der Ostukraine". Ungeachtet der Einigung auf eine Waffenruhe fehlten noch "schlüssige Beweise" für eine Änderung der russischen Politik.

Details zu den Strafmaßnahmen, die mit der EU koordiniert sind, nannte Obama zunächst nicht. Nach Angaben von Personen, die mit den Plänen vertraut sind, sollen die Sanktionen gegen die russischen Banken VTB Bank, Gazprombank, Bank of Mosow, VEB und Russian Agriculture Bank verschärft werden. Außerdem solle nun auch die Sberbank, das größte Finanzinstitut Russlands, sanktioniert werden.

Sberbank ist mehrheitlich in Besitz der russischen Zentralbank, rund 44 Prozent der Anteile halten ausländische Fonds. Das Geldhaus hält fast ein Drittel des Vermögens des russischen Bankensektors, es ist einer der größten Kreditgeber der russischen Wirtschaft und hält den höchsten Anteil an Spareinlagen in Russland.

EU verschärft Sanktionen gegen Ölkonzerne und Oligarchen

Auch die Europäische Union hatte neue Sanktionen gegen Russland beschlossen. Nachdem die EU bereits mehrheitlich staatlichen russischen Banken die Kreditaufnahme in Europa erschwert hatte, trifft das neue Sanktionspaket nun auch die Ölkonzerne Rosneft und Transneft sowie die Ölsparte des Energiekonzerns Gazprom. 

Insgesamt werden die neuen Sanktionen 24 Personen und sechs russische Unternehmen treffen, das geht aus Veröffentlichungen des Europäischen Rates hervor. Unter den Neuaufnahmen seien "Führungspersönlichkeiten aus dem Donbass-Becken, die Regierungsmitglieder von der Krim sowie Entscheidungsträger und Oligarchen aus Russland", teilte die EU mit. Insgesamt sind dann 119 Personen von den Sanktionen betroffen. Die Guthaben von 23 Körperschaften in der EU blieben eingefroren.

Die Sanktionen werden am Freitag im Amtsblatt der EU veröffentlicht und treten damit in Kraft.