Das US-Repräsentantenhaus hat den Plan von Präsident Barack Obama zur Aufrüstung und Ausbildung von moderaten syrischen Rebellen für den Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gebilligt. Die Kongresskammer nahm am Mittwoch mit 273 zu 156 Stimmen eine Zusatzklausel zu einem Haushaltsgesetz an, die den Präsidenten zur Unterstützung der Rebellen bevollmächtigt.

Gegenstimmen kamen dabei sowohl aus dem Lager von Obamas Demokraten als auch von den Republikanern. Die Zustimmung des Senats steht noch aus, eine Abstimmung wird am Donnerstag erwartet.

Obama zeigte sich dennoch zufrieden. Das Repräsentantenhaus habe einen wichtigen Schritt nach vorne im Bestreben der Nation gemacht, der Bedrohung durch den Islamischen Staat zu begegnen, sagte er.

Die Stärkung der moderaten Rebellen in Syrien ist ein zentraler Bestandteil der Strategie gegen die IS-Miliz, die Obama vergangene Woche in einer Rede an die Nation dargelegt hatte. Der vom Repräsentantenhaus befürwortete Plan sieht unter anderem vor, dass die Regierung das Parlament alle 90 Tage über den Stand der Ausbildung und Waffenlieferungen sowie über die unterstützten Rebellengruppen informieren muss. Außerdem steht in der Zusatzklausel ausdrücklich, dass damit keineswegs die Erlaubnis für einen Kampfeinsatz von US-Soldaten erteilt wird.

Doch befürchten Beobachter, dass eine erfolgreiche Offensive gegen die Dschihadisten in von ihnen gehaltenen Gebieten zu einem Machtvakuum führen könne, das Syriens Präsident Baschar al-Assad letztlich nutzen könnte.

Daher soll das US-Militär nach dem Willen Obamas moderate Rebellen bewaffnen und trainieren, damit sie sich IS-Kämpfern und Assad-Truppen entgegenstellen können. Nach Angaben von Regierungsvertretern belaufen sich die Kosten für die Ausbildungs- und Ausrüstungsmission auf 500 Millionen Dollar (rund 386 Millionen Euro). Bewilligt wurden die Ausgaben als Zusatz zu einem Budgetgesetz, mit dem die US-Verwaltung bis Mitte Dezember finanziert werden soll.