Bei Bombenanschlägen und Protesten der Uiguren gegen die chinesische Regierung in der Provinz Xinjiang sind mindestens 50 Menschen gestorben und 50 weitere verletzt worden. Wie die New York Times berichtet, veröffentlichte die Regierung in Peking einen Bericht über die Internetseite Tianshan. Darin sei von sechs Toten bei mehreren Bombenanschlägen die Rede. Die Polizei habe anschließend 40 Menschen erschossen, außerdem starben vier Polizisten. Die 40 Erschossenen bezeichnete die Regierung als "Krawallmacher". Die Bombenanschläge seien das Werk von Terroristen.


Bisher war in offiziellen Berichten aus der Provinz nur von zwei Toten die Rede gewesen. Die Regierung in Peking ließ verbreiten, dass der Arbeiter Mamat Turson die Anschläge geplant habe. Er sei ein religiöser Extremist. Radio Free Asia, ein von der US-Regierung finanzierter Radiosender in Washington, berichtete, Einwohner der Stadt Luntai hätten aus Wut über Vertreibungen angefangen, Regierungsbüros und eine Polizeistation zu plündern. Die Zahl der Verletzten liege bei mindestens 100; alle Krankenhäuse seien voll.

Die Auseinandersetzungen zwischen Bürgern und der Polizei in der Region Xinjiang dauern seit Jahren an. Die Uiguren sind sunnitische, türkisch sprechende Muslime, die sich immer wieder gegen Repressionen der kommunistischen Regierung wehren. Sie beklagen Diskriminierungen aufgrund ihrer Religion und Sprache. In den letzten Jahren sind hunderte Uiguren bei Protesten gegen die Regierung gestorben. In dieser Woche war der uigurische Bürgerrechtler Ilham Tohti zu lebenslanger Haft verurteilt worden.