Drei Wochen nach Ankunft eines ersten russischen Hilfskonvois für das Konfliktgebiet Ostukraine haben erneut russische Lastwagen die Grenze nahe Luhansk überquert. Rund 200 Lastwagen seien vom Zoll abgefertigt worden, sagte ein Sprecher der Behörde. Mehr als 70 Fahrzeuge hätten die Grenze passiert, meldete die Nachrichtenagentur Ria Nowosti.

Die Lkw hätten 2.000 Tonnen Hilfsgüter geladen. Darunter sind nach Angaben des Zolls Medikamente, Lebensmittel, Diesel, Stromgeneratoren und Decken. Eine Sprecherin des Roten Kreuzes (IKRK) sagte der Nachrichtenagentur Itar-Tass, dass der Konvoi nicht von IKRK-Mitarbeitern begleitet werde.

Die ukrainische Regierung und die Separatisten hatten in der vergangenen Woche vereinbart, dass die Bevölkerung in Donezk und Luhansk mit Hilfsgütern versorgt werden kann. Die Regierung in Moskau hatte daraufhin angekündigt, einen zweiten Konvoi in die Ostukraine zu schicken.

Ein erster russischer Konvoi aus mehr als 250 Lastwagen war Mitte August ohne Erlaubnis der ukrainischen Behörden über die Grenze gefahren. Er hatte nach Darstellung Russlands 1.800 Tonnen Hilfsgüter geladen, um die Bevölkerung im Konfliktgebiet zu unterstützen. Die Ukraine und die Europäische Union verurteilten das eigenmächtige Vorgehen Russlands.

Putin reagiert gelassen auf Sanktionen

Der russische Präsident Wladimir Putin reagierte unterdessen gelassen auf neue Sanktionen der Europäischen Union und der USA. Die Sanktionen seien "wenig wirksam", antirussisch und hätten "noch nie die erhofften Resultate gebracht", sagte Putin. Russland werde prüfen, ob Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

Russland erwägt nach früheren Berichten, ausländischen Airlines zu verbieten, über russisches Gebiet zu fliegen. Es könnte zudem einen Importstopp für westliche Autos geben. Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew drohte zudem damit, technische Geräte und Produkte aus der Petrochemie nur noch begrenzt einzuführen. 

Am Freitag war ein weiteres Sanktionspaket der Europäischen Union in Kraft getreten, das sich gegen die Konzerne Rosneft, Transneft und Gazprom sowie gegen mehrere Rüstungsunternehmen und Banken richtet. Denen wird es künftig erschwert, Kredite in Europa aufzunehmen. Auch die US-Regierung setzte mehrere russische Unternehmen auf ihre Sanktionsliste.