Bei einem Bombenanschlag auf der ägyptischen Sinai-Halbinsel sind am Freitag mindestens 31 Soldaten getötet worden. Dutzende weitere wurden verletzt. Nach amtlichen Angaben explodierte an einer Straßensperre der Armee nordwestlich der Stadt Al-Arisch eine Autobombe. Es handelte sich um den folgenschwersten Anschlag auf das ägyptische Militär seit Jahrzehnten. Sicherheitskräfte vermuteten islamistische Gruppierungen hinter der Tat. 

Die Regierung in Kairo rief für Teile der Halbinsel den Notstand aus. Dieser gelte ab Samstag für zunächst drei Monate und betreffe den Norden und das Zentrum der Region, teilte der nationale Verteidigungsrat mit. Zudem ordnete er eine dreistündige Ausgangssperre für Gegenden nahe der Grenze zu Israel und dem Gazastreifen an. Nach einem Bericht des Staatsfernsehens wurde auch der Grenzübergang Rafah geschlossen.  

In einer Anordnung von Präsident Abdel Fattah al-Sissi hieß es, Armee und Polizei würden "alle notwendigen Maßnahmen einleiten", die im Kampf gegen den "Terror und seine Finanzierung" nötig seien. Al-Sissi ordnete außerdem eine dreitägige Staatstrauer an. Die Europäische Union und die USA verurteilten den Anschlag.

Seit dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi im Juli 2011 ist die Armee immer wieder ins Visier islamistischer Extremisten geraten. Am vergangenen Sonntag wurden sieben Soldaten getötet, als südlich von Al-Arisch eine Autobombe nahe einer Gaspipeline explodierte.

Zur jüngsten Tat bekannte sich zunächst niemand. In der Vergangenheit hatte für die meisten Attacken die Terrororganisation Ansar Beit al-Makdis die Verantwortung übernommen. Die Gruppe steht der Al-Kaida nahe. Die Regierung vermutet aber auch eine Verwicklung von Mursis Muslimbruderschaft in den Angriff auf die Armee.