Die nigerianische Regierung hat mit der Islamistengruppe Boko Haram eine Waffenruhe vereinbart. Das teilte der nigerianische Militärchef Alex Badeh mit. Dieser habe den Truppen bereits den Befehl erteilt, die Vereinbarung unverzüglich einzuhalten, meldet die amtliche nigerianische Nachrichtenagentur.

In weiteren Verhandlungen werde die Freilassung der 219 im April verschleppten Mädchen und jungen Frauen angestrebt, sagte Regierungssprecher Mike Omeri. Möglicherweise könne dies in der kommenden Woche geschehen. "Ich kann bestätigen, dass die Mädchen am Leben und wohlauf sind", sagte er.

Der Fall der entführten Schülerinnen hatte im April dieses Jahres international großes Aufsehen ausgelöst. Boko-Haram-Kämpfer hatten 276 Mädchen im Alter von 15 bis 18 Jahren aus dem Wohnheim ihrer Schule in Chibok verschleppt. Einigen Schülerinnen gelang die Flucht, doch 219 Mädchen befinden sich seitdem in den Händen der Islamisten. Bis heute ist ihr Aufenthaltsort unbekannt.

Die Massenentführung der Mädchen hatte weltweit für Bestürzung gesorgt. Ihre Eltern warfen der Regierung vor, sich nicht ernsthaft für die Freilassung ihrer Kinder einzusetzen. Präsident Jonathan hatte sich erst hundert Tage nach der Verschleppung zum ersten Mal mit den Angehörigen getroffen.

Die Kämpfer von Boko Haram terrorisieren das Land seit Jahren. Die Gruppe radikalisierte sich etwa ab 2009 und bekämpft seither aktiv den nigerianischen Staat. Seit 2011 gibt es regelmäßig Überfälle auf Kirchen, Polizeistationen, Schulen, Universitäten und andere Einrichtungen des Staates. Markenzeichen von Boko Haram sind sogenannte Drive-by-Shootings, gezielte Tötungen vom Motorrad aus, die sogar zu einem Motorrad-Verbot in Maiduguri führten.