Die niederländische Justiz hat gegen den rechtspopulistischen Abgeordneten Geert Wilders Ermittlungen wegen mutmaßlicher Volksverhetzung aufgenommen. Er sei im Zusammenhang mit Wahlkampfaussagen gegen Marokkaner zum Verhör vorgeladen worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Unter anderem hatte er in einer Rede im März seine Anhänger gefragt: "Wollt ihr in dieser Stadt und in den Niederlanden mehr oder weniger Marokkaner? Daraufhin riefen seine Anhänger mehrfach laut: "Weniger, weniger" – "Das werden wir dann regeln", sagte Wilders unter starkem Applaus. Die Fragestellung erinnert an die berühmte Sportpalastrede des NS-Propagandaministers Joseph Goebbels, in der er 1943 zum "Totalen Krieg" aufrief.

Wilders reagierte empört auf die Vorwürfe. Die Justiz solle sich auf Ermittlungen gegen niederländische Staatsbürger, darunter auch solche marokkanischer Herkunft, konzentrieren, die nach Syrien reisten, um dort an der Seite von Extremisten zu kämpfen, sagte er.

Es ist nicht das erste Mal, das Wilders die Grenzen der liberalen Gesetze zur Meinungsfreiheit in den Niederlanden auslotet. 2011 wurde er wegen Hetzreden gegen Muslime vor Gericht gestellt, letztlich aber freigesprochen.