Der Iranhat dem Nachbarland Irak Unterstützung im Kampf gegen die sunnitische Terrormiliz "Islamischer Staat" zugesichert. Sein Land habe die Regierung in Bagdad vom ersten Tag an unterstützt und werde diesen Pfad bis zum letzten Tag nicht verlassen, sagte Präsident Hassan Ruhani während eines Treffens mit dem irakischen Ministerpräsidenten Haider al-Abadi in Teheran. 

Teheran werde dem Irak jede mögliche Hilfe zukommen lassen, fügte er nach Angaben des Präsidialamts hinzu. Nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Irna versprach der Präsident weitere Waffen und militärische Berater. Auch Irans oberster Führer versicherte dem irakischen Regierungschef seine Unterstützung: "Für uns ist die Sicherheit im Irak genauso wichtig wie unsere eigene", sagte Ajatollah Ali Chamenei. Daher würde Teheran für den Irak alles tun, was in seiner Macht stehe, damit im Nachbarland Stabilität und Sicherheit wiederkehrten.

Der Kampf gegen den IS stand ganz oben auf der Agenda des Treffens. Für Al-Abadi war es der erste Auslandsbesuch, seit er im September als Regierungschef vereidigt wurde. Der IS beherrscht inzwischen in Syrien und im Irak je ein Drittel der Landesfläche. Wegen seiner Grenzen zum Irak und weil der IS den Schiiten im Iran feindlich gegenüber steht, gehört die Bekämpfung der Terrormiliz auch zu Teherans strategischen Zielen.

Chamenei warnt vor Einmischung aus dem Ausland

Die verstärkte Allianz zwischen dem Iran, der wichtigsten schiitischen Regionalmacht, und der ebenfalls von Schiiten geführten Regierung in Bagdad ist Zeichen der neuen politischen Realitäten in der Region nach dem Vormarsch des IS. Neben dem Iran unterstützen auch die USA den Irak bei der Bekämpfung der Extremisten mit Luftangriffen. De facto stehen sie damit im Irak auf derselben Seite wie der Iran. Das schürt Befürchtungen, dass sie in Syrien dem vom Westen geächteten Präsidenten Baschar al-Assad indirekt zur Hilfe kommen, dessen Truppen ebenfalls gegen den IS vorgehen. Assad wiederum wird vom Iran unterstützt. 

Chamenei warnte vor einer Einmischung aus dem Ausland in der derzeitigen Krise. "Der Status quo ist doch das Resultat der verantwortungslosen Politik ausländischer Mächte und einiger Regionalstaaten in Syrien", sagte der Ajatollah, ohne die USA, Saudi-Arabien oder die Türkei namentlich zu erwähnen. Diese Politik habe dazu geführt, dass Terrorgruppen wie der IS entstanden seien. "Daher sollte die Bekämpfung des IS auch seitens der Regionalstaaten und nicht durch Ausländer erfolgen", so Chamenei.