Palästinensische Demonstranten werfen unweit von Nablus im Westjordanland Steine auf einen israelischen Pick-Up, der eine übelriechende Flüssigkeit versprüht (Aufnahme vom 10. Oktober 2014). © REUTERS/Abed Omar Qusini

Im Westjordanland ist nach Angaben der palästinensischen Polizei ein palästinensischer Jugendlicher von israelischen Soldaten erschossen worden. Eine Sprecherin der israelischen Armee bestätigte das. Die israelischen Sicherheitskräfte seien in dem Dorf Beit Lykia nahe Ramallah mit Krawallen konfrontiert gewesen. Beim Verlassen der Ortschaft hätten Demonstranten sie mit Steinen und Brandflaschen beworfen, sagte sie. Daraufhin hätten sie das Feuer eröffnet. 

Der 13-Jährige sei durch drei Schüsse in der Brust getroffen worden und zwei Stunden später an seinen Verletzungen gestorben, sagte der Krankenhausdirektor in Ramallah, Ahmed Betawai. Die israelische Militärpolizei kündigte Ermittlungen zum Tod des Jungen an.

Die Spannungen zwischen beiden Seiten haben sich in den vergangenen Tagen verschärft. Palästinenser werfen den Israelis vor, ihnen den Zugang zu einem heiligen Ort in Jerusalem auf unfaire Weise zu beschränken.

Zwischen Israel und der Hamas im Gazastreifen kam es im Juli und August zu einem Krieg, nachdem Israel die Hamas beschuldigte, drei jugendliche Israelis entführt und getötet zu haben. Mehr als 2.200 Palästinenser starben durch israelische Bomben, 11.000 wurden verletzt, 120.000 obdachlos. Auf israelischer Seite wurden 73 Menschen getötet, die meisten davon waren Soldaten.

Seit Ende August gilt ein von Ägypten vermittelter Waffenstillstand, dessen Einzelheiten jedoch nach wie vor nicht ausgehandelt sind. So fordert die palästinensische Seite vor allem ein Ende der Wirtschafts- und Reiseblockade, die seit 2006 existiert. Die israelische Seite verlangt Sicherheitsgarantien und eine Entwaffnung der Hamas-Brigaden.